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Das sagen die Doberaner Händler zur Ostseepark-Erweiterung

In der vergangenen Ausgabe berichteten wir über die Erweiterung des Ostsee-Parks, die Ansichten aus Gesprächen unter Kunden und die Befürchtungen der Bad Doberaner Händler. Einige Händler der Mollistraße widersprachen dem Inhalt des Artikels. Grund für uns, einmal verschiedene Geschäfte an verschiedenen Standorten der Mollistraße zu befragen. Was uns auch interessierte: Wie wirkt sich das Fehlen des „Molli“ auf die Umsätze aus? Von sechs ausgewählten Gewerbetreibenden war einer nicht erreichbar, ein anderer wollte sich nicht äußern. Von den verbliebenden vier Händlern sind sich alle einig, dass das Fehlen der „Molli“ sich in den Kunden- und Umsatzzahlen wiederspiegelt. Jedoch beschwert sich keiner, weil alle rechtzeitig von den Bauarbeiten gewusst haben. Die Händler freuen sich auf dem Sommer, denn dort machen Sie Dank der Touristen die besten Umsätze. Große Übereinstimmung gibt es auch in der Frage, ob der Ostsee-Park eine Konkurrenz für die Bad Doberaner Händler ist. Außer ein Händler beantworteten alle diese Frage mit „Ja“. Für „Haar Magic“ und „Thüne“ war das Einkaufszentrum von Anfang an eine starke Konkurrenz, für die „Jeans Oase“ wird spätestens nach der Erweiterung der Druck größer. Die Verkäuferin nennt aber auch andere Gründe: Der Wegfall kostenloser Parkplätze und die angespannte Parkplatzsituation in der Stadt. Geschäftsmann Thüne kritisiert, dass viele Parkplätze von Mitarbeitern der Kreisverwaltung belegt werden. Für seine sechs Mitarbeiter konnte er nur zwei Parkplätze anmieten. Kritikpunkt für Lutz Hinze von „Vestimenta MAGICA“ ist auch die Öffnung der Mollistraße für den Verkehr zu ungünstigsten Zeiten. Ansonsten gibt es zwar gemeinsame Aktionen aber am Ende muss und will jeder Händler selbst entscheiden, wann er öffnet, was er anbietet und was es kostet. Die Vorzüge des Ostsee-Parks sind den Händlern bewusst: Die kostenlosen Parkplätze fallen allen Händlern sofort ein. Gerade für Ältere ist es angenehm, dort alles unter einem Dach zu finden. Das jetzige touristenorientierte Angebot der Händler ist also schon die Reaktion auf die großen Einkaufszentren. Dafür, dass die Gewerbetreibenden 22 Jahre nach der Wende hier erfolgreich sind, während Marktriesen nacheinander verschwinden, gebührt ihnen Respekt. Die meisten Händler haben flexibel reagiert aber sie haben es also nicht so leicht, wie man denkt. Sie müssen für Touristen und Einheimische gleichermaßen interessant sein und sie brauchen von der Stadt gute Rahmenbedingungen. Vor allem aber brauchen die Händler Sie: Ihr Kaufverhalten bestimmt unser Stadtbild!

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