Nachrichten

Diskussion um das Haus der Energien: Nachgefragt bei Carlo Schmidt

Redet man von Börgerende, fallen die Worte „Hochhaus“ oder „Turm“. Und es wird viel geredet – und spekuliert. Für Klarheit kann letztlich nur der Vorhabenträger selbst sorgen und das tut er in Info-Veranstaltungen, die aber wegen begrenzter Räumlichkeit nicht alle erreichen.

Ich habe Carlo Schmidt befragt. Er erzählte, wie er Prof. Uwe Ritschel, Inhaber des Lehrstuhls für Windenergie-Technik, bei der Suche nach einem neuen Standort begleitete. Nachdem es in Bad Doberan nicht klappte, besann sich Schmidt auf den ihm gehörenden Acker neben seinem Reitcamp. Dort will er ein „Haus der Energien“ zu bauen.

Im Erdgeschoss mit Empfang, Ausstellung und Cafeteria, darüber auf mehreren Etagen das Institut, Schulungsräume, Unterkünfte für Teilnehmer und Wohnungen für Mitarbeiter. Den weltweit tätigen Wissenschaftlern müsse etwas mehr geboten werden, als nur Arbeiten und Wohnen. Sie wollen sich auch erholen und fit halten, darum Wellness und Fitness im Hause und ein Restaurant, auch für Gäste von außerhalb.

Überhaupt soll für die Einheimischen einiges abfallen, das man im Haus sowieso braucht: Außer, dass jeder die Tagungs- und Konferenzräume nutzen und in die Gastronomie einkehren kann, sind das High-Speed-Internet, digitales TV und DAB.

Aber wieso 67 Meter? Schmidt verweist auf die Warnemünder Wetterstation, deren Beam durch das Höhenwachstum der Hansestadt an Grenzen stößt. In Börgerende würde bei 67 m nichts stören und es zuverlässige Prognosen geben, die Energieversorger zur optimalen Einstellung der Einspeisung brauchen. Schmidts Metier ist die Energiespeicherung, also die Beseitigung des größten Mankos der Windenergie.

Mit seiner Firma unterstützt er den Nachwuchs des FC Hansa und will darum im Süden des Ackers ein Sportforum bauen. Vom Driftweg soll auch die einzige Zufahrt erfolgen – vom Waterkant-Areal kommt man nur zu Fuß und mit dem Rad zum Turm. Die restlichen 80% der Fläche sollen als Bürgerpark mit Streuobstwiese und Teich als Ausgleichsfläche dienen und nie bebaut werden. Die Zeit drängt, denn die Förderung läuft ab, so Schmidt.

Ist es Chance oder Unsinn? Zwei Bürgerinitiativen sind entstanden, deren Pro und Contra Sie nächste Woche hier lesen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.