Erste Ortsteilbegehung durch den Bürgermeister ++ Wollscheune wird konserviert ++ Neuer Jugendkoordinator

Bürgerforum auf dem Buchenberg:
Bürgermeister startete Ortsteilbegehungen.

Bürgernähe ist etwas, das Jochen Arenz schon als Stadtvertreter zu leben wusste. Als neuer Bürgermeister gibt er dem noch mehr Gewicht: Am 18. Mai 2019 machte er sich zur ersten Ortsteilbegehung auf und wählte dafür den Buchenberg aus. Zusammen mit der AWG und der WIG wollte er die Sorgen und Nöte der Bürger aufnehmen, Verbesserungsvorschläge und neue Ideen holen.

Etwa 70 Bewohner folgten seiner Einladung und trugen ihre Probleme vor. Als größtes Problem erweist sich der Verkehr – sowohl der Fließende, als auch der Ruhende. Parkplätze gibt es nicht genug und manch einer parkt auf der Wiese und bekommt ein Knöllchen. Vierzig neue Parkplätze sollen ab 2021 in der Rudolf-Tarnow-Straße nahe den Garagen entstehen. Möglich macht das ein Tausch-Vorschlag des Kleingartenvereins. Die große Lösung für das Parkplatzproblem ist das nicht und das weiß Arenz auch und bleibt am Ball.

Das zweite große Problem ist die Lebensmittelversorgung. Nach der Schließung des Verbrauchermarktes auf dem Buchenberg gab es verschiedene Versuche, die Lebensmittelversorgung auf dem Buchenberg wiederherzustellen. Jochen Arenz berichtet, dass sich kein Interessent für einen Lebensmittelladen fand und die Gewerbefläche inzwischen anders genutzt wird. Auch fahrende Händler, die das Problem richtig lösen könnten, gibt es nicht. Das Thema Shuttlebus zum EKZ und Krankenhaus wurde besprochen, aber noch nicht weiterverfolgt. Eine andere Lösung sieht der Bürgermeister nicht.

Das dritte große Problem ist der bauliche Zustand der Straßen und besonders der Fußwege. Das bleibt eine langfristige Aufgabe. Gegen lange herum liegende Sperrmüllhaufen hingegen hat der Bürgermeister bereits ein Mittel gefunden: Ab sofort wird Sperrmüll, der lange vor dem Abfuhrtermin herausgestellt wird, durch den Bauhof entsorgt und dem Verursacher dies in Rechnung gestellt und ein saftiges Bußgeld verhängt.

Außerdem konnte der Rathauschef versichern, dass die Treppe zum Buchenberg definitiv erneuert wird. Auch eine Hundewiese, ein neues Dach für die Bushaltestelle, neue Bänke und Papierkörbe verspricht Arenz den Bürgern. Das 40minütige Forum habe ihm Spaß gemacht und er wolle die Stadtteilbegehungen fortsetzen.

 

Wollscheune gesperrt:
Konservierung steht bevor

Am südlichen Rand des Klostergeländes fristet die Ruine der Wollscheune ihr Dasein. Viele Touristen und auch Einheimische lieben dieses Fotomotiv und Jugendliche treffen sich gern im alten Gemäuer. Allerdings ist das zunehmend gefährlich geworden, denn die Ruine des Gebäudes aus der Zeit um 1300 ist der Witterung ausgesetzt und nicht alle Ziegel sind noch fest. Außer Ziegeln kann aber auch die ganze Nordwand herabfallen, denn sie ist einsturzgefährdet. Darum wurde das Gebäude mit einem Zaun gesperrt und soll konserviert werden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat der Stadt einen Scheck über 25.000 Euro überreicht, um den Bestand zu sichern und das Mauerwerk zu restaurieren.

Bürgermeister Jochen Arenz sieht das einerseits als großes Geschenk, andererseits aber auch als Verpflichtung, den Weg weiter zu gehen. Ortskurator Ralf Schinke spricht von einer extremen überregionalen Bedeutung des Bauwerkes, das eines der ältesten des Doberaner Klosters ist.

Die Ruine birgt in der Tat Geheimnisse. Niemand weiß genau, wie das Haus zur Ruine wurde. Es gibt Hinweise darauf, dass das Dach durch einen Sturm beschädigt wurde. Zu der Zeit, als Herzog Friedrich Franz I. das Klosterareal zu einem englischen Garten umgestalten ließ, war das Haus schon baufällig, was Spekulationen nährt, dass er es ganz bewusst zur Ruine machen und mit integrieren lassen habe. Vorbilder dafür gibt es genug – zum Beispiel im Schlosspark Babelsberg.

Doch auch die Nutzung liegt im Dunkeln. Sicher ist, dass das Haus den Namen „Wollscheune“ erst durch seine letzte Nutzung bekam, die 1768 endete. Diese Nutzung lässt sich bis in das Jahr 1762 zurückverfolgen, als ein Gutsbesitzer das Haus zu eben diesem Zwecke pachtete. Auch aus dem Jahr 1550 gibt es eine Erwähnung als „Siechenhaus“. Was die 200 Jahre dazwischen geschah, liegt im Dunkeln. Erbaut wurde das Haus offenbar aber, um Menschen zu beherbergen, denn die Vielzahl von Fenstern spricht gegen ein Wirtschaftsgebäude. Der Zugang erfolgte von der Ostseite aus über eine Treppe – das Haus hatte zwei Stockwerke. Ob es sich aber vor 1550 auch um so etwas, wie ein Hospiz handelte oder die Vermutung, es habe sich um ein Gästehaus des Klosters gehandelt zutrifft, ist noch nicht geklärt. Dafür ist aber der Erhalt der Ruine als solches nun gesichert.

 

Nach 10 Jahren Pause:
Bad Doberan hat wieder einen Jugendkoordinator

Bad Doberan hat nach einem Jahrzehnt Pause wieder einen Jugendpfleger. Der Althöfer Jörg Zimmermann koordiniert in Zukunft die einzelnen Träger und Angebote für Jugendliche in der Stadt. Der Erzieher baute bereits 1991 die Jugendpflege in Bad Doberan auf, musste aber 1999 gehen, weil der Posten gestrichen wurde. Die Jugendpflege fiel ans Hauptamt und wurde durch den Amtsleiter Gerhard Kukla nebenbei gemacht. Bürgermeister Jochen Arenz erläutert, dass Kukla dafür keine finanziellen Mittel hatte, aber mit dem Herzen dabei war. Bis 2007 hat Zimmermann sich weiter einbringen können, dann endete auch dies.

Jörg Zimmermann will den Kinder- und Jugendbeirat der Stadt wiederbeleben, wozu im Sharks Club die Wahl stattfindet – dort, wo die Jugendlichen sind. Auch in die Städtepartnerschaft mit Bad Schwartau will er neuen Schwung bringen. Unterstützung bekommt der Jugendkoordinator von Pierre Graslin, dem Leiter des Jugendclubs „Kompass“. Zusammen wollen die beiden die Skaterbahn für ein Graffiti-Projekt freigeben und Flächen in der Stadt suchen, die kunstvoll verziert werden können.

Bürgermeister Jochen Arenz stellt derweil mehr Geld für die Jugendarbeit in Aussicht. Es sollen mehr Außenstellen entstehen, um den Jugendlichen unterschiedliche Clubs anzubieten. Auch ein Bolzplatz ist geplant. Der ist mit zwei Toren schnell und günstig zu realisieren.

 

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