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FKK-Strand soll an den Heiligendammer Ortsrand verlegt werden.

Schon seit den Neunzigern gibt es einen „Zwickelstreit“ in Heiligendamm. Textilbadende fühlen sich durch Nacktbadende belästigt und so wurden Strandabschnitte eingeteilt in Textil und FKK, was aber in der Praxis nicht funktionierte: Während Textil-Badende den FKK-Strand mieden, gingen Nacktbader auch vor der Promenade ins Wasser.

 

Neuaufteilung des Heiligendammer Strandes.

Die neuen Pläne der Stadt sehen nun vor. den FKK-Bereich von seinem prominenten Ort ganz nach Westen zu verlagern und zwischen Kinderstrand und Gemarkungsgrenze (zu Wittenbeck) anzusiedeln. Der Kinderstrand selbst soll Sportbereich werden und eine Badeinsel bekommen, östlich davon bis zum neuen Strandabgang „Liegnitzsteg“ soll ein Grillplatz und Hundebadestrand eingerichtet werden (weil es dort ohnehin zu steinig zum Baden ist) , dann folgt der Steg über das Packwerk und bis kurz vor der Seebrücke ist der Strand nicht ausgewiesen, wird dort vornehmlich von der Segelschule, der Strandbar und dem Grand Hotel genutzt und ab Haus „Mecklenburg“  bis zum Strandabgang am Golfteich im Westen ist der Promenadenbereich vorgesehen, wobei von der Seebrücke bis zur vierten Buhnenreihe keine Strandkörbe mehr aufgestellt werden sollen – das entspricht dem Bereich des Grand-Hotel-Ensembles, das dadurch wohl etwas „entrümpelt“ werden soll. Östlich davon soll es in drei gleich großen Abschnitten bis zur Gemarkungsgrenze (zu Börgerende) einen weiteren Sportbereich mit Badeinsel, einen Surfbereich und wieder einen Hundebadestrand geben. Grafik findet sich in der Ostsee-Zeitung – Link steht unter dem Artikel).

 

Strandordnung muss sowieso umgeschrieben werden.

Nötig ist der Beschluss, weil Ermächtigungsgrundlagen aus dem Naturschutzausführungsgesetz und dem Landeswassergesetz in die Strandordnung aufgenommen und diese daher überarbeitet werden muss. Bei der Gelegenheit waren einige Änderungen nötig und andere ohnehin schon länger geplant.

 

Median-Patienten werden in den Schatten verdrängt.

Ganz unproblematisch ist dieser Plan nicht, denn gerade die Median-Klinik braucht einen FKK-Bereich für ihre Patienten und daher wurde 2009 erlaubt, im Bereich von der Seedeichstraßen-Kurve bis zum Rettungsturm IV nackt zu baden. Die Median-Klinik hat daraufhin einen saisonalen Sichtschutz eingerichtet, um einerseits die oft entstellten Patienten vor neugierigen Blicken und andererseits die anderen Nutzer vor dem Anblick etwas zu schützen. Würde nun der FKK-Strand ganz nach Westen verlegt werden, läge er viel länger im Schatten, als jetzt und das würde die Kurpatienten gegenüber heute benachteiligen. Für die Klinik würde das bedeuten, dass die Grundlage, auf derer viele die Klinik in Heiligendamm auswählen, verschwindet. Zur Erklärung: Salzwasser und Sonne sind ein wunderbares Heilmittel für Hauterkrankungen aber nur, wenn da nicht Textilien drauf liegen.

 

Kurklinik und Seeheilbadstatus sind betroffen.

Ohne brauchbaren Median-Strandabschnitt könnte laut Klinikchef Bendig sogar der Seebadstatus Schaden nehmen. Bendig sieht auch Verbesserungsmöglichkeiten für die Kurpatienten durch die Hotel-Insolvenz. Seines Wissens ist ein Kurwegenetz Voraussetzung für den Seeheilbadstatus. So ein Netz existiert in Heiligendamm nach seinen Angaben nicht, sodass sich die Klinik nicht mehr zurück halten will, wenn es um die Frage nach einem Strandzugang für die Patienten geht.

 

Median-Klinik will Strandzugang nach Hotel-Insolvenz neu verhandeln.

Mit anderen Worten: Solange Jagdfeld das Sagen hatte, war die Regelung zwischen Median-Klinik und Grand Hotel in Ordnung – jetzt wo ein Betreiberwechsel ansteht, will der Klinikchef einen festen Strandzugang ohne Einschränkungen zulassen. Einerseits verständlich, denn die Klinik ist auch nur ein Wirtschaftsunternehmen, das seine Chancen nutzen muss, wenn sie sich bieten. Andererseits hatte die Median-Klinik in jüngster Vergangenheit viele Argumente geliefert, die die Vereinbarung mit dem Hotel erklären und beschönigen sollte, sodass der jetzige Vorstoß wenig freundschaftlich anmutet.
Zum vollständigen Artikel:
http://www.ostsee-zeitung.de/ozdigital/lokales/bad-doberan/titelseite_dbr_33333335373039.phtml

 

 

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