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Grün ist mehr, als nur Bäume

Wann werden eigentlich Kamp und Klosterareal gepflastert? Schaut man alte Bilder an, drängt sich diese Frage auf. Schaut man neue Pläne an, dann auch: Der Kleine Kamp, quasi rechter unterer Flügel der grünen Lunge, soll umgestaltet werden. Eine Sanierung ist nötig, ob dafür aber gleich eine halbe Million Euro ausgegeben werden oder ob man die – meist Fördermittel, also Steuergelder – besser woanders investieren könnte, ist umstritten.

Die Planer wollen wieder einmal einen „Neuanfang“, wie beim Markt, der Neuen Reihe und der Goethestraße. Diese Neuanfänge sehen dann so aus, dass alle Bäume entfernt und alle Grünstreifen zugepflastert werden. Folglich kann Regenwasser nicht versickern und bildet Pfützen oder überflutet Keller. Wo keine Grünstreifen und Hundetoiletten sind, bleibt nur der Gehweg für das tierische große Geschäft.

Ganze Straßen verlieren ihren alten Charme. Man darf natürlich nicht übersehen, dass neue Bäume gepflanzt werden und dies auch dort, wo sie schon zu DDR-Zeiten wichen. Die Baumstraße machte erst nach der Wende wieder ihrem Namen alle Ehre.

So etwas, wie ein Konzept für die städtischen Bäume scheint es zu geben oder jemand hat ein Auge dafür, auch wenn es Jahrzehnte dauert, bis man die Bäume wirklich im Alltag wahrnimmt. Bei den Grünflächen sieht es anders aus: Die verschwinden schneller, als neue entstehen und was entsteht, ist meist steril umrandet. Die Gewerbetreibenden versuchen, mit Blumen Farbe in die „Grauzonen“ zu bringen und mit Möbeln Verweilzonen für die Gäste zu schaffen.

Andere Touristenorte nutzen verschiedene Farben schon auf dem Boden: Rottöne für die Fußgängerzonen helle Gelbtöne für die Haupt-Promenaden und -Plätze und schwarz und grau für die reinen Verkehrsflächen. Dazwischen gibt es viel Grün, als Gras, Sträucher, Büsche und Bäume. Duftende farbenfrohe Blumenrabatte sorgen für ein schönes Urlaubsgefühl und mancherorts gibt es extra Pflege-Patenschaften dafür. Kunst auf öffentlichen Plätzen mit Bezug zu diesen runden das Ganze ab, Information und Unterhaltung gehen Hand in Hand und meistens steht hinter der Gestaltung der Abschnitte ein Gesamtkonzept, das auch die Pflege regelt.

Na, Bad Doberan – wie wär’s damit?

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