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Heiligendamm: Baustart für Villa „Greif“

Es geht wieder voran in Heiligendamm: Nach Villa „Großfürstin Marie – Perle“ soll die benachbarte Villa „Greif“ wieder im alten Glanz erstrahlen. Noch dreht sich nur ein Minibagger, aber die Ausschreibungen laufen, großes Gerät soll kommen und in zwei Jahren alles fertig sein.

Laut Webseite der ECH Grundbesitzgesellschaft I sind drei Wohnungen verkauft und eine verbindlich reserviert, also nur noch zwei zu haben. Zu entnehmen sind auch Größe und Preis: Die 3-Zimmer-Wohnung oben rechts ist 110,7 qm groß und kostet 1.385.500 Euro und die 3-Zimmer-Wohnung in der Mitte links 88,3 qm und kostet 1.200.000 Euro. Hinzu kommen ca. 12 qm Balkon. Das Unternehmen vermarktet die Wohnungen selbst, auch in Immobilienportalen.

Obwohl das Haus 162 Jahre alt ist, muss auf Komfort nicht verzichtet werden: Es gibt einen Aufzug und jede Wohnung hat eine Fußbodenheizung. Fernbedienbarer Gaskaminn, hochwertige Einbauküche und auf Maß gefertigte Einbauschränke werden angeboten und in dieser Klasse sind Ankleide, separates plus Gäste-WC und 3,50 m Deckenhöhe selbstverständlich. Wer will, kann für die Innenausstattung jagdfeld-Design beauftragen, nebenan gibt es eine Musterwohnung.

Die Käufer können von der Sonderabschreibung „AfA“ profitieren, mit der der Fiskus quasi Investitionen in Baudenkmäler belohnt. Eine Tiefgarage ist nach wie vor geplant und auch an der Nutzung als Wohnresidenz hat sich nichts geändert. In Anzeigen macht man die Wohnungen als Zweitwohnsitze schmackhaft. Das nützt dem Ort und das Hotel freut sich über neue Nachbarn, die seine Angebote nutzen und das immer wieder tun, auch in der Nebensaison. Privilegien im Grand Hotel, Golf Resort und dem Gut Vorder Bollhagen werden auch explizit erwähnt.

Der Baustart sorgt deutschlandweit für Aufmerksamkeit. Zu lange gab es zu viele schlechte Nachrichten und zu Recht mahnte der Landestourismusverband, dass Heiligendamm am Image des ganzen Landes kratzt. Die Immobilien-Zeitung schreibt: „Stadt und Investor hatten im vergangenen Jahr das Kriegsbeil um Bebauungen und Wegerechte begraben“. Die eingekehrte Ruhe wird es auch brauchen, um nach Jahren des Stillstandes wieder in Fahrt zu kommen.

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