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Wunschdenken an der Waterkant

Nachdem alle Zukunftsträume platzten, plante die Gemeinde auf dem Waterkant-Areal ein neues „Maritim-touristisches Zentrum“ für die Gemeinde und den Fremdenverkehr. Neben dem 150-Betten-Hotel sollten Geschäfte, Gastronomie, Tagungsräume, Sport und Kultur zur Belebung des Tourismus beitragen und als Abrundung eine Segelschule mit Anleger entstehen.

Statt zulässigen Pensionen, die den Ort belebt hätten, entstanden rechtswidrig genehmigte Ferienwohnungen, die ihn zur Rollladensiedlung machen. Selbst an Stelle der Segelschule entstanden FeWo und ein Hotel sucht man so umsonst wie Tagungsräume oder Kultur und Sport. Nichts von den Festsetzungen im Plangebiet wurde Realität, dafür FeWo-Komplexe, deren Größe schlimmste Befürchtungen übertreffen.

Aber schlimmer geht immer: Der „Waterkant-Suites“ genannte Neubau mit Ferienwohnungen soll in enormer Größe wie ein Sperrgürtel vor die Ostsee gebaut werden. Die Baukosten nebst Gewinn werden durch den Verkauf der Wohnungen wieder eingebracht. Nur die ersten Jahre sind die Erwerber vertraglich an Upstalsboom gebunden, danach nicht.

Der Spa-Bereich gehört der Eigentümergemeinschaft und ist auch nur für sie konzipiert. Trotzdem verspricht die Gemeinde den Einwohnern Zugang. Vertraglich ist nichts gesichert: Selbst wenn er anfangs öffentlich wäre, kann die WEG jederzeit beschließen, ihn ausschließlich für eigene Gäste zu nutzen. Wenn der ganze Komplex mangels ausreichender Gewinne den Betrieb einstellt, platzt auch dieser Traum.

Da Börgerende außerhalb der kurzen Saison nichts bietet, wird die Auslastung gering und kaum dauerhaft rentabel sein. Ein Ort, der so wenig hat, dass kein normaler Hotelbetrieb möglich ist, weil eine ganzjährige Belegung nicht ansatzweise gegeben ist, kann nicht erfolgreich sein. Das verschweigt man den Bürgern.

Was passiert, wenn das Waterkant-Suites nicht rentabel läuft und was, wenn die Bindung an Upstalsboom endet? Diese Fragen werden nicht einmal gestellt, dabei müsste man es besser wissen: Die Gemeinde hat viel versprochen und im B-Plan gesichert, aber nichts wurde eingehalten.

Da passt Einstein: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“

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