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Im Interview: Kühlungsborns Bürgermeister Rainer Karl

Rainer Karl ist seit 2002 Bürgermeister der Stadt Ostseebad Kühlungsborn. Der Stadtanzeiger befragte ihn zu aktuellen Themen.

Städtische Investitionen als Antrieb für private Investoren.
Karl betont, dass die Entwicklung der letzten 10 Jahre enorm ist. Darum nennt er nur einige Stichworte, wie die weit fortgeschrittene Sanierung der Straßen und Wege, die Erschließung mehrerer Wohngebiete, die Investitionen in die Gebäude der Schulen und Kindergärten und den modernen Sportplatz. Die Stranderhaltungsmaßnahme ist in Mecklenburg-Vorpommern erstmals angegangen. Der Verwaltungschef macht klar, dass die städtischen Investitionen, wie z.B. in die Infrastruktur, unzählige private Investitionen nachgezogen haben.

Niemand bewirkt irgendetwas allein, es sei denn, es ist negativ.
Das ist die Antwort des Bürgermeisters auf die Frage nach persönlichen Erfolgen während der bisherigen Amtszeit. „In einem Gemeinwesen wie einer Stadt sind es immer alle, vom Bürgermeister über die politischen Vertreter, die Gewerbetreibenden und Grundstückseigentümer bis zum Bürger, der sich auf der Straße nach einem Stück Papier bückt, die das Gesamtbild und den Gesamterfolg des Ortes ausmachen“ erklärt Karl.

Was wären die Attraktionen ohne ihr Umfeld?
Auch die Erfolge Kühlungsborns sieht er in einem Gesamtbild: „Was wäre der Hafen ohne die anliegende Promenade, die ins Zentrum führt und ohne den wunderbar gepflegten Strand ringsherum? Was wären die schönsten Hotels ohne die jeweils darum liegenden Wege, Plätze und Anlagen, was der schönste Tennisplatz ohne seine tolle Lage inmitten guter Hotels und Ferienwohnungen?“ Für den Verwaltungschef steht fest, dass der größte Erfolg der Stadt im Ergebnis die touristischen Kennziffern, wie ungebrochene Nachfrage und steigende Gästezahlen und das damit florierende Gewerbe mit den beachtlichen Ergebnissen ist.

Eine blühende Stadt wie Kühlungsborn ist nie fertig.
Gefragt nach anstehenden Veränderungen im Ostseebad sagt der Bürgermeister, dass manches, was fertig erscheint, tatsächlich noch entwickelt werden und anderes erst noch geschaffen werden muss. Als Beispiele nennt er „ein weiteres Hotel mit Schwimmbad, das es ja nun irgendwann im Baltic-Park geben wird“. Wichtig ist ihm eine saisonunabhängige Unterhaltungs- und Beschäftigungsmöglichkeit, in der Konzerte, Theater, aber auch überdachtes Spielen für Kinder organisiert werden können. Dafür sei die Realisierung des B-Planes 25 an der Entlastungsstraße ein großes Thema.

Schwindender Wohnraum, zunehmender Verkehr.
Ein wirkliches Problem ist laut Karl, so schnell wie möglich einen Kompromiss zu finden, zwischen dem, was an Gästebetten notwendig ist, um die Erfolge zu halten und dem was maximal notwendig ist, um den Trend und das Niveau nicht umzukehren. Der Verkehr, insbesondere die Busse zu den Hotels, wird für Kühlungsborn zum Problem, das mittelfristig angegangen werden muss. Auch der Zuzug älterer und auf Grund der Arbeitsmarktlage Wegzug jüngerer Menschen und damit verbunden der Mangel an Wohnraum und Arbeitskräften im Tourismus sind Probleme, die Kühlungsborn mit anderen Seebädern gemeinsam hat.

Kreisumlage belastet Ostseebad.
Gefragt nach einem aktuellen Thema in der Gemeinde „darf und will ich nicht aus dem Chor meiner Kollegen austreten, von denen die massive Erhöhung der Kreisumlage im kommenden Jahr beklagt wird.“ Rainer Karl ist besorgt über die gelegentliche Herangehensweise der Baubehörde im neuen Landkreis an sogenannte Bausünden. Kühlungsborn als Ostseebad sei von einer geordneten baulichen Entwicklung und Gestaltung abhängig – vielleicht mehr als andere Gemeinden.

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