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Kommunalwahlkampf ist im vollen Gange: Nach der Wahl ist vor der Wahl.

Während der Wahlplakatwald sich lichtet, wird schon an neuen Plakaten gearbeitet. Am 17. November wählen die Bad Doberaner ihre Stadtvertretung neu, weil die Wahl von 2009 ungültig war. Der Wahlkampf ist im vollen Gange und die Münsterstädter hoffen, dass der ungültigen nun eine gültige Wahl folgt. Doch schon jetzt gibt es Einwände. Guido Lex, der im Januar seiner Abwahl voraus kommend als Stadtvertretervorsteher zurück trat, beschwerte sich zu zwei Sachverhalten. Zum einen sei sein einstiger Bürgerbund-Kollege Klaus-Peter Behrens nur auf dem Papier Bad Doberaner, habe aber seinen Lebens-Mittelpunkt nicht in der Münsterstadt und zum anderen sei das Wahllokal im Johanneshaus kritisch zu sehen, da sein Heimleiter Jochen Arenz als Stadtvertreter wiedergewählt werden möchte. Lex, der sich zusammen mit Hannes Roggelin vom Bürgerbund getrennt hat und mit einer eigenen Initiative kandidiert, fürchtet eine Stimmabgabe der Heimbewohner aus einem Gefühl der Verpflichtung gegenüber dem Heimleiter heraus. Das Rathaus teilt die Ansicht nicht und Behrens dementiert die Ausführungen von Lex und sieht darin „einen Schrei nach Liebe“. Andere Stimmen interpretieren das Vorgehen des Richters als „Ausschalten von Kontrahenten“. Schnell sind Parallelen hergestellt zu den Wahlen vor 70 Jahren, als viele Parteien und deren Kandidaten nicht antreten durften, weil es ihnen verboten wurde. Auch mit vergangenen und bestehenden anderen Staaten wird verglichen. Man muss gar nicht so weit ausholen: Auch in diesem Wahljahr hatten viele Parteien und Kandidaten die Beschädigung, Zerstörung oder Entfernung ihrer Plakate beklagt. Plakatgenervte Bürger interessiert das nicht, aber besorgte fragen, ob das noch Demokratie ist, wenn man andere schwächt, um sich selbst zu stärken. Dabei ist es ganz einfach, in der großen, wie in der kleinen Politik: Wer mit guten Konzepten und Argumenten überzeugen kann, muss seine Konkurrenten nicht fürchten. Hoffen wir also auf einen fairen Wahlkampf auf Augenhöhe, ganz im Sinne unserer Demokratie.

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