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Kurios: Straßensperrung sorgte für flüssigen Verkehr.

Das sollte den Verkehrsplanern zu denken geben: Die Bagger in der August-Bebel-Straße sind weg und die alten Verkehrsprobleme wieder da. In der Zeit der halbseitigen Sperrung floss der Verkehr rund, nämlich rund um den Kamp.

Wer von der Beethovenstraße zum Alexandrinenplatz wollte, musste durch die Severinstraße und die Straße Am Kamp. Anders herum ging das nicht: Vom Markt zur Beethovenstraße fuhr man quasi über einen Kreisel um den Kamp herum. Das funktionierte besser, als gedacht.

Das heißt: Gedacht hatte man schon vor Jahren daran, den Kamp als großen innerstädtischen Kreisel umzufunktionieren und die August-Bebel-Straße zur Einbahnstraße zu machen. Wie sich während der Sperrung zeigte, hat das den Nebeneffekt, dass Autofahrer, die von Nord nach Süd durch die Stadt wollen, diese über die Randstraße und B 105 umfahren und damit entlasten.

Kniffelig wurde es nur an der Kreuzung zur Straße Am Kamp, weil die Beschilderung etwas zu dezent geraten war und hier ja rechts vor links galt. Im echten Kreisel hätten die Autofahrer Vorrang und die aus Richtung Kreuzung müssten warten. Das wäre klar geregelt. Aus der Kamp-Kreisel-Idee von vor über einem Jahrzehnt wurde nichts.

Stattdessen sollte dann erst ein Kreisel auf dem Alexandrinenplatz direkt vor dem Gymnasium entstehen, was seinerzeit schon als „Totgeburt“ abgetan wurde. Das aktuelle Konzept sieht einen Kreisel am Schwartauer Platz – also vor dem Schulkomplex – vor. Das wäre nur ein kleiner Kreisel, aber er wäre auch zu klein gedacht, denn er geht die Probleme in der Severinstraße nicht an, sondern integriert die Missstände sogar in ein neues Konzept.

Das ist auch an anderen Stellen der Fall und man könnte den Eindruck bekommen, dass das Verkehrskonzept nur ein Nebenprodukt der Umgestaltungswünsche für die städtischen Plätze sei. Denkt man das teuer bezahlte in der Schublade schlafende Konzept weiter, würde man durch eine einspurige August-Bebel-Straße direkt am Gehweg Platz für viel mehr, als die vorhandenen Parkplätze gewinnen können, indem man sie im Winkel zur Fahrbahn baut.

Niemand müsste mehr vom Parkplatz über die Straße laufen, es wäre mehr Grün möglich und mit ihm eine bessere Inszenierung der bisher von grau und gelb übertönten herrschaftlichen Bauten in der August-Bebel-Straße.

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