Nachrichten

Nach „Greif“ und „Möwe“ jetzt auch in „Perle“ und „Schwan“: Neue Ferienwohnungen in den Villen der Perlenkette Heiligendamm

Wer möchte nicht gern mal seinen Urlaub im Grand Hotel Heiligendamm verbringen? Für manche bleibt das angesichts der Raten im 5-Sterne-Luxushotel unerreichbar. Aber es gibt Alternativen – gleich nebenan in den Villen der „Perlenkette“. Wer auf ein paar Dinge verzichten kann, kann in luxuriösen Ferienwohnungen zum kleineren Preis in der Weißen Stadt am Meer übernachten. 

 

Heiligendamm soll eine Art New Hamptons werden

Eigentlich sind die „Residenzen Heiligendamm“ eine geschlossene Wohnanlage – zu Englisch gated community. Das Vorbild sind die Hamptons auf Long Island im US-Bundesstaat New York. Dort haben Prominente, wie Jennifer Lopez, Mariah Carey, Tiger Woods, Steven Spielberg und Calvin Klein ihre Residenzen direkt am Meer. Meistens mit eigenem Zugang zum Strand. Gesehen hat die Hamptons vielleicht mancher schon mal im Fernsehen: Sex and the City und King of Queens spielen dort.

Bild von 2018

In Heiligendamm geht das alles ein wenig kleiner vonstatten: Statt sich Luxusvillen zu bauen, kaufen sich die Leute hier luxuriöse Wohnungen in historischen Villen des ältesten deutschen Seebades. Mit Hotelservice – Zimmerreinigung, Wechsel von Handtüchern und Bettwäsche und so weiter. Den Strandzugang und auch den Strand selbst teilen sie sich mit der Öffentlichkeit und wenn sie auf dem Balkon sitzen, können sie nicht nur auf die Ostsee blicken, sondern auch sicher sein, selbst gesehen zu werden. Wenn auch nicht erkannt, denn die Entfernung zwischen Promenade und Villa gewährt eine gewisse Distanz.

In Heiligendamm geht es auch nicht darum, gesehen und erkannt zu werden. Die Klingeln und Briefkästen sind nicht mit Namen versehen und das Personal und auch Dritte – wie zum Beispiel die Gästeführer – angehalten, keine Namen zu nennen. Wobei sie auch nicht mal eine Handvoll Namen überhaupt kennen.

Wer hier leben will, sucht ganz im Gegenteil die Abgeschiedenheit und möchte unerkannt am Strand spazieren können. Heiligendamm ist eher so, wie Sylt einmal war. Man ist unter sich. Vielleicht ist sogar der Vergleich mit Arkadien angebracht. Der Schleswiger Schriftsteller Hermann Heiberg schrieb schon vor zweihundert Jahren:

„Heiligendamm ist ein kleiner Zaubergarten, in dem man vergisst, dass es draußen noch eine geschäftige, atemlose, anspruchserheischende und sorgenvolle Welt gibt.“

 

Ferienwohnungen bieten Blick in eine eigene Welt

Und doch kann jeder mal auf dem einen oder anderen Balkon sitzen, ohne gleich eine sechsstellige Summe für den Kauf einer der Wohnungen locker machen zu müssen. Einige der Erwerber vermieten ihre Wohnungen nämlich als Ferienwohnungen.

Die erste Ferienwohnung in der „Perlenkette“ wurde 2018 im Dachgeschoss der Villa „Greif“ angeboten. Der Autor hat sie zum 40. Geburtstag mit seiner Familie quasi undercover selbst getestet.

Das war die linke Wohnung und später wurde auch die größere rechte Wohnung als Ferienwohnung vermarktet. Gleich nach Fertigstellung der Villa „Möwe“ kamen auch dort zwei Ferienwohnungen hinzu. Hierbei handelt es sich um zwei Studios im nachträglich unter das Sommerhaus gebauten Souterrain. Durch unter der Oberfläche liegende Terrassen und große Sprossenfenster sind die Wohnungen trotzdem hell.

 

Zwei neue Ferienwohnungen in Villa „Schwan“

Jetzt geht es weiter mit neuen Ferienwohnungen. In der Villa „Seestern“ gibt es noch keine, aber nebenan in der frisch sanierten Villa „Schwan“ erwarten Gäste nun auch zwei Ferienwohnungen.

Die erste befindet sich im Erdgeschoss und ist 133 Quadratmeter groß. Zwei Schlafzimmer, zwei Badezimmer und ein großes Wohnzimmer mit Essbereich und offener Küche bieten einen angenehmen Aufenthalt. Draußen gibt es zwei Terrassen – eine mit Meerblick und eine Gartenterrasse als geschützten Rückzugsort.

Die zweite Ferienwohnung in der Villa „Schwan“ hat drei Zimmer auf 108 Quadratmetern. Auch hier gibt es zwei Zimmer und zwei Bäder.

Beide Wohnungen sind sehr hochwertig saniert und auch so ausgestattet. Designermöbel, Luxus-Bad und High-Tech-Küchen sind hier Standard.

 

Auch Villa „Perle“ jetzt mit Ferienwohnung

Fehlt nur noch die Villa „Großfürstin Marie – Perle“. Die „Großfürstin Marie ist eigentlich eine Wohnung über drei Etagen – genau genommen ist sie ein eigenes Haus, auch baugeschichtlich. In der Villa „Perle“ gibt es aber auch eine Ferienwohnung. Unten zwischen dem Mittelrisalit und der „Großfürstin Marie“ erstreckt sich auf 122 Quadratmetern eine Ferienwohnung mit drei Zimmern. Zwei Schlafzimmer, ein großes gemeinsames Wannenbad und ein separates WC, ein Hauswirtschaftsraum und eine offene Küche umrunden das großzügige Wohnzimmer mit Essbereich. Es gibt eine Terrasse und auch noch einen Balkon zur Seeseite und eine große Gartenterrasse mit Blick zum Grand Hotel. Auch hier ist die Ausstattung hochwertig und absolut mit dem Grand Hotel vergleichbar.

 

Rabatte für Frühstück und SPA im Grand Hotel 

Ein Stück Grand Hotel gibt es für die Villen-Gäste auch mit dazu. Das Frühstück im Kurhaus oder der Tag im SPA kosten für die Villen-Gäste deutlich weniger als für externe Gäste. Nur die Hotelgäste zahlen dafür nichts extra – aber dafür zahlen sie auch insgesamt mehr für die Übernachtung. Sie bekommen aber auch mehr, denn der ganze 5-Sterne-Service mit Concierge, Page, Turndown-Service und Kinderbetreuung steht nur im Grand Hotel zur Verfügung – nicht in den Residenzen.

 

Residenzen sollen noch erweitert werden

Die Residenzen sollen auch einmal etwas Vergleichbares bekommen, aber das lohnt sich erst, wenn dauerhaft immer Leute da sind, die das auch nutzen. Darum wären Nur-Ferienwohnungen auch nicht das richtige Konzept für die Residenzen Heiligendamm. Das Bild zweigt hinter den Villen zwei Neubauten, von denen der rechte als „Villa Klingler“ jetzt im Bau ist. Nach der vollständigen Sanierung der Perlenkette ist noch ein weiterer Bau mit dem Plannamen „Ensemble Palais“ vorgesehen.

Außer einigen Wohnungen zur Finanzierung soll er die für den Hotelservice nötigen Einrichtungen beherbergen. Neben der obligatorischen Rezeption können das auch eine Lobby oder Bar sein, theoretisch aber auch ein Tages-Restaurant für Frühstück und Abendessen. Es war auch ein Ballsaal vorgesehen. Was genau geplant und umgesetzt wird, richtet sich nach der Nachfrage. Noch gibt es nur Visualisierungen. Das Grand Hotel wird aber so oder so eng mit den Residenzen verbunden bleiben. Beide brauchen und ergänzen sich.

 

Sind Ferienwohnungen in einer gated community nicht ein Widerspruch?

Ferienwohnungen sorgen für Unruhe durch ständig wechselnde Bewohner, die sich im Urlaub auch anders verhalten, als Dauerbewohner es tun würden. Zur Anonymität einer gated community passen Ferienwohnungen eigentlich nicht. Warum man sie trotzdem anbietet, ist schnell erklärt: Es gibt schlicht und ergreifend noch keine Dauerbewohner in den Villen der Perlenkette. Die Wohnungen werden als Zweitwohnsitze für die Saison genutzt und wer dann in seiner Eigentumswohnung Urlaub macht, hat genau dieselben Bedürfnisse, wie der Gast nebenan in der Ferienwohnung. Man stört sich nicht mehr, als anderswo im Urlaub auch. 

Wenn man nun also ohnehin nicht das ganze Jahr in der Wohnung verbringt, kann man sie ja auch als Ferienwohnung vermieten und damit Geld verdienen, während man nicht da ist. Zugleich kann man bei überwiegender gewerblicher Nutzung auch die Umsatzsteuer vom Kaufpreis abziehen und zahlt sie somit später. Ein paar Tage im Jahr darf man seine gewerblich angebotene Wohnung dann auch steuerfrei selbst nutzen. 

 

Lohnen sich Ferienwohnungen überhaupt? 

Ob all diese Ferienwohnungen für immer Ferienwohnungen bleiben, wissen nur die Eigentümer. Mancher hat jetzt zugeschlagen, um überhaupt noch eine Wohnung abzukriegen und vermietet sie erst einmal, bevor er später selbst einzieht. Manche haben sich zusammengetan, teilen sich die Kosten und den Ertrag.

Eine Rechnung soll zeigen, ob es sich lohnt:

Die ersten Wohnungen gingen für etwa 1. bis 1,2 Mio. Euro weg. Geht man von 1,2 Mio. aus, berücksichtigt man auch bei günstigeren ein wenig die (sonst nicht genau bekannten) Nebenkosten. Bei durchschnittlich 500 Euro Miete pro Nacht müsste man 2.400 Tage vermieten. Da man nicht 365 Tage im Jahr belegen kann, rechnet man mit einem halben Jahr, also 150 Tagen. Man braucht also 16 Jahre, um den Kaufpreis wieder einzuspielen. Was in 16 Jahren alles passieren kann, weiß jeder, der die letzten 16 Jahre bewusst erlebt hat.

Auf Ferienwohnungen zu setzen, um den Kaufpreis zu amortisieren UND dann auch noch Geld zu verdienen, wäre also eine sehr gewagte Rechnung. Das macht man nur – und das sind wieder gute Gründe, es doch zu tun – wenn man das Geld übrig hat, aber nicht in Aktien anlegen möchte, sondern in 18 Jahren seinen Kindern eine schuldenfreie Immobilie übergibt, mit der sie gleich ein passives Einkommen haben. Oder man investiert frei verfügbares Geld, um sich in 16 Jahren zur Ruhe zu setzen und trotzdem noch mit einer schuldenfreien Immobilie passiv Geld zu verdienen.

Oder man will selbst in der Wohnung wohnen. Manche tun es jetzt schon – aber eben als Zweitwohnsitz oder Sommerresidenz. Die vermieten dann nicht. Andere möchten es erst später tun und vermieten so lange. Damit verdienen sie dann zwar die Investition nicht wieder, aber doch immerhin mehr, als würden sie die Wohnung leer stehen lassen. Bei airbnb vermietet übrigens noch keiner.

 

Villen-Fewo oder Grand Hotel?

Foto: M. Sander

Da die Ferienwohnungen feste Saison-Preise haben und das Grand Hotel mit Raten arbeitet, lassen sich die Preise schwer vergleichen. Im Hochsommer bei schönem Wetter toppen die im Schnitt 600 Euro pro Nacht für eine ganze Ferienwohnung locker den Preis im Grand Hotel, wo man das schon pro Person bezahlt. In der Nebensaison sieht es aber schon wieder anders aus und Lastminute kriegt man im Grand Hotel auch mal echte Schnäppchen.

Baulich ist es auch egal, ob man eine Ferienwohnung in einer Villa oder eine Suite im Grand Hotel bucht. Beides wurde von denselben Profis gleich hochwertig saniert und beides von Expert:innen ausgestattet. Teilweise sind es sogar dieselben Hölzer und Stoffe und ganz ähnliche Grundrisse. Man wird den Unterschied nicht merken. Eher noch hat man in den Villen den Vorteil, näher am Meer zu sein. Im Grand Hotel gibt es auch Zimmer ohne Seeblick.

Man sollte lieber die Leistungen vergleichen: Valet-Service fürs Auto, Page, Concierge, Turndown-Service, Frühstück, SPA und Kultur sind bei der Übernachtung im Grand Hotel schon im Preis inbegriffen. Gäste der Villen-Wohnungen kriegen all das nicht, können aber Frühstück und SPA deutlich günstiger als externe oder Tagesgäste bekommen. Doch es kostet immer noch Geld und wer das jeden Tag nutzen will, ist mit einem Zimmer im Grand Hotel besser bedient.

Dafür hat man in den Ferienwohnungen eine eigene Waschmaschine und eine voll ausgestattete Küche und kann sich ganz und gar selbst versorgen. Man braucht keine Gaststätten. Allerdings scheitert das zum jetzigen Zeitpunkt daran, dass es vor Ort keine Einkaufsmöglichkeiten gibt. Um sich selbst zu versorgen, muss man also nach Bad Doberan fahren – auch für frische Brötchen. Anders als im Grand Hotel gibt es hier keinen, der einem die Wünsche von den Lippen abliest.

Das Grand Hotel ist eben das Original und die Ferienwohnungen in den Villen sind für alle, die sich das Original nicht leisten können oder nicht alles brauchen, was das 5-Sterne-Hotel bietet.

Hier geht es zu den Ferienwohnungen in den Villen der Perlenkette

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.