Selbst getestet: Urlaubsbericht live aus der Villa „Greif“

Urlaub – das klingt nach Ferne, nach dem Unbekannten, das man kennen lernen will. Dieser Urlaubsbericht ist anders. Er handelt vom Urlaub vor der eigenen Haustür in einem Ort, den der Urlauber wie seine Hosentasche kennt.

Internet im Kühlschrank, Bluetooth in der Toilette, Überraschung zum Frühstück, Lehrerinnen-Wiedersehen beim Kaffeetrinken, Abendbrot-Rettungsmission mit Auto und Promi-Status auf dem Balkon. Urlaub in Arkadien ist alles – außer normal. Unser nicht ganz allurlaublicher Erfahrungsbericht aus Villa „Greif“ in der Weißen Stadt am Meer:

Wir – das ist eine kleine Familie aus einem Dorf direkt vor dem Toren Bad Doberans. Mutter, 41 Jahre alt, Vater, 40 Jahre alt und Kind, 4 Jahre alt. Beide EM-Rentner, die zwar gern zuhause sind, aber am Liebsten erst abends, denn zuhause hocken mögen sie nicht. Sie arbeitet auf geringfügiger Basis als Zimmermädchen, er ist freier Journalist – so frei, dass es dafür kein Geld gibt, ehrenamtlicher Gästeführer während der Saison und Webmaster dieser Internetseite.

Wir reisen nicht oft, nicht lange, aber wenn, dann ans Meer. Bevor unser Kleiner geboren wurde, waren wir in Sierksdorf und Heiligenhafen, nach seiner Geburt auf Norderney und zuletzt Silvester 2019/2020 in Cuxhafen. Wir reisen immer in der Nebensaison, weil wir in der Saison ja den Touristen in unserer Heimat den Urlaub angenehm machen und weil es in der Nebensaison preisgünstiger ist.  Außerdem können wir volle Straßen, Fußwege, Geschäfte und Strände zur gleichen Zeit auch zuhause haben. Wir mögen die Nebensaison.

 

Die Vorgeschichte

Als die EntwicklungsCompagnie Heiligendamm im August 2018 eine Pressemitteilung herausgab, in der sie über die erste Ferienwohnung in der Heiligendammer „Perlenkette“ berichtete, war ich ganz aus dem Häuschen. Wie gern hätte ich als Heiligendamm-Liebhaber einmal mit Familie im Grand Hotel Urlaub gemacht. Leider kostet das zu dritt selbst in der tiefsten Nebensaison im kleinsten Zimmer mit Parkblick bei zwei Nächten fast so viel, wie wir beide als EM-Rentner im Monat netto haben. Eine Ferienwohnung ist meistens bedeutend günstiger und für uns immer die erste Wahl. Wir fahren und versorgen uns selbst, dann bleibt noch Geld fürs Schwimmbad, ein paar Café-Besuche und einmal essen gehen vom 250-Euro-Budget übrig.

Da ich die Pressemitteilung ohnehin für diesen Artikel weiter ausführen wollte, recherchierte ich. Das geht natürlich am Besten mit der Buchungsseite und so gab ich mal zwei Nächte in der tiefsten Nebensaison ein – den Tag vor bis zu dem Tag nach meinem Geburtstag.

Ich war überrascht, denn damit hatte ich nicht gerechnet: 550 Euro für zwei Nächte, drei Personen, inklusive bezogene Betten für zwei Personen, inklusive Endreinigung und Buchungsgebühr. Dazu Vergünstigungen beim Frühstücksbuffet im Grand Hotel, im HeiligendammSPA und Green Fee auf dem Golfplatz in Wittenbeck. Ich rief meine Frau, zeigte ihr die Bilder und den Preis und eine Minute später war die Ferienwohnung gebucht.

Zu meinem Vierzigsten, denn 40 wird man nicht alle Tage, Heiligendamm war schon immer mein Traum und nach dem Tod ihrer Mutter im Vorjahr und meiner Mutter vor einem Monat brauchten wir das einfach mal. Nach Feiern war mir eh nicht zu Mute – drei Tage Arkadien sollten eine echte Auszeit sein und niemand sollte es wissen, denn wir wollten keinen Besuch. Das klappte gut: Als mein Bruder mich aus Bad Doberan anrief, als ich gerade auf der Promenade im Ortsteil Heiligendamm entlang ging, glaubte er, ich sei an der Nordsee.

 

Die Anreise: 20 Minuten

Nun war also der Tag gekommen: Der 28. Januar war der Anreisetag. Ich hatte mich im Vorfeld persönlich – da ich ja sowieso mehrmals in der Woche in Heiligendamm bin – mit der Mitarbeiterin von Meer Fun auf 12 Uhr verständigt und wir sollten zuerst in das Büro kommen, um den Schlüssel zu holen. Die Anreise gestaltete sich nicht schwierig, denn ich würde den Weg wahrscheinlich noch im Halbschlaf finden. 

Wir parkten vor dem Linden Palais, wo es ja zum Glück eine Handvoll Parkplätze gibt. Sonst hätte man ein Problem, denn alle anderen Parkplätze in der Nähe sind kostenpflichtig und unsere Politessen sehr gewissenhaft. Unser Kleiner strebte zielsicher zum altbekannten Spielplatz und ließ sich erst durch den Verweis auf das nasse rutschige Holz zur Umkehr bewegen. Wir können doch morgen spielen. „Aber wir wollen doch in den Urlaub“. Eigentlich sind wir das schon…

 

Der Empfang: Man kennt sich quasi

Der Empfang im Büro von Meerfun war gewohnt nett und erfreulicherweise war nicht dieselbe Dame da, wie beim „Vorgespräch“, sodass ich noch ein wenig inkognito bleiben konnte. Das funktionierte allerdings nur, bis ich mich bei dem Thema „kurze Anreise“ selbst verplapperte. Ich bringe ja auch öfters mal unsere Prospekte ins Büro und so erkannte auch sie mich wieder. Aber ich war nur als Gästeführer bekannt und das ist ja kein Grund, sich zu verbiegen. Dass ich die Wohnung quasi testen werde, blieb bis zuletzt unerkannt.

Zunächst einmal mussten wir Kurtaxe zahlen. Es ist nicht ganz klar, ob wir das angesichts dessen, dass wir in der Stadt arbeiten müssen und das konnte mir auch noch keiner so wirklich verbindlich erklären, aber ich tat das ganz selbstverständlich und das Argument „Sie arbeiten ja jetzt nicht, sondern erholen sich“ ist schlagend – besonders wenn man sich nicht selbst verraten will. Ich wollte mich aber auch wirklich mit meiner Familie erholen. Meine Frau ist sowieso schon öfters leicht genervt, wenn wir nach Heiligendamm fahren und ich, statt mich mit den beiden beim Spaziergang zu erholen, ständig rum gucke und Fotos mache. Wobei ihr klar war, dass das im Grunde jetzt nicht anders sein würde. Die Eindrücke würden wir sammeln und Notizen machen, aber das niederschreiben würde ich erst nach dem Urlaub. So haben wir es dann auch gemacht.

Nun gab es also die Kurkarten, einen Schlüssel für die Türen und noch einen zweiten für die Türen mit einem für den Keller. Dort stehen Waschmaschine und Trockner. Dazu gab es eine laminierte Parkkarte und eine mündliche Beschreibung zum Parkplatz. Zum Ausladen darf aber vor die Tür gefahren werden. Außerdem können wir uns im Grand Hotel eine Torkarte abholen, die schon für uns hinterlegt ist. Eine Unterschrift, nette Worte und die Info, wie ich jederzeit jemanden erreiche und schon konnte es los gehen.

Bevor wir zum Auto gingen, schauten wir noch nebenan im Schwanen-Café vorbei und bestellten für den Folgetag Frühstück. Das war so unkompliziert, dass wir ganz verwirrt waren. Die Bedienung wollte nur unseren Namen wissen und wann wir denn kommen wollen. Kein Zettel auf die Hand, kein Geld aus der Hand – in Arkadien funktioniert noch alles per Handschlag.

 

Die Einfahrt: Das Tor nach Arkadien

Danach ging es dann ins Auto. Zuerst fährt man zum Tor, das die Professor-Dr.-Vogel-Straße für Unbefugte verschließt. Einerseits, weil es ein Privatgrundstück ist und andererseits, weil es eine einzige Baustelle ist, auf der man nicht auch noch Leute herumlaufen lassen kann. Mit dem Auto habe ich das Tor noch nie passiert – zu Fuß vielleicht drei, vier Mal. Ich hielt an, der Wachmann kam zum Auto, sah die Parkkarte, wusste Bescheid und erklärte uns auch noch mal den Weg zum Parkplatz.

Hinter dem Prinzessin-Reuß-Palais gleich links abbiegen und die Parkkarte aufs Armaturenbrett legen. „Tja und dann müssen Sie leider über die Baustelle gehen“, sagte er mit einem amüsierten Lächeln und Unterton. Oder mal schauen, ob wir zum Ausladen bis vor die Tür kommen.

Kamen wir nicht – völlig aussichtslos. Auf der Straße stand ein großer Lkw und direkt daneben ein Kleintransporter. Da würde man nicht mal zu Fuß mit den Koffern durchkommen. Aber ich kenne mich ja aus…

Sachen ausgeladen, jeder nimmt was und dann geht es dick bepackt los. Sohnemann fragt noch, wann wir denn endlich in den Urlaub fahren. Nun ja, die letzte Reise nach Cuxhaven dauerte 6 Stunden. Und kaum waren wir dort in der Ferienwohnung, fragte er, wann wir wieder nach Hause fahren.

Vor dem Lkw am besten nach links und unter den Kolonnaden durch. Soweit die Theorie: Da lag eine Palette Materialien im Weg. Also am Kleintransporter rechts vorbei und im Slalom um einen ohrenbetäubend lauten Kasten vorbei, nicht über das Schubkarrenbrett stolpern, gucken, ob Frau und Kind nicht schon im Matsch liegen, noch ein Gerät umrunden und dann die einzige, keinen Meter breite Gasse zwischen Kleintransporter, Bordsteinkante und einem Behälter hindurch nehmen, ohne umzuknicken, auszurutschen oder zu stolpern. Das Ende war in Sicht und um ein Haar der Schuh im Matsch stecken geblieben. Nur durch Anheben der Zehen konnte ich es verhindern.

Endlich waren wir an der Tür. Ich schaute Sohnemann an: Die blauen Schuhe waren bis zum Schaft braun. Bei meiner Frau reichte der Matsch auch zwei Zentimeter hoch und meine Halbschuhe sahen nicht besser aus – selbst die Hose hatte Flecken. Also erst einmal ab auf den Rasen – den Matsch auswischen.

 

Das erste Mal WOW: Der Hausflur

Dann erst ging es in die Villa. Wobei ich an der Tür erst einmal scheiterte, weil es aussieht, als wenn sie nach rechts öffnet, wobei sie aber nach links öffnet. Im Flur ging gleich das Licht an und uns strahlte ein Treppenhaus in vornehmem Weiß mit geschwungener Treppe und verchromten Briefkästen entgegen.

Wow – das war die erste Reaktion. Dabei war ich schon mal in der „Großfürstin Marie – Perle“ und kennen wir auch das Grand Hotel von innen. Es ist also immer wieder „Wow“. Dabei waren wir erst im Treppenhaus.

Wir entschieden uns wegen des Gepäcks für den Fahrstuhl, der gleich nach dem Drücken seine textil bezogenen Türen öffnete und uns mit Chrom und Spiegeln entgegen glänzte.

Oben angekommen eröffnete sich uns erst einmal ein großzügiger Flur, dessen Größe schon fast unserem Bad entspricht. Die linke Tür ist unsere – erkennbar nur durch einen kleinen MeerFun-Aufkleber oben links. Namen gibt es nämlich keine und auch an den Briefkästen gibt es nur Nummern. Die Briefkästen befinden sich im Haus. Also wird die Postzustellung hier auch nicht wie andernorts üblich funktionieren.

 

Die Wohnung: Aaaah, ooooh… uuuh

Ich schloss die Tür auf und kaum öffnete ich sie, schoben sich hinter und unter mir zwei Köpfe durch den Spalt. Die folgende Minute bestand aus langgezogenen Klanglauten unsererseits.

Auch das „Uh“ gehörte dazu, denn in der Wohnung war es mehr als nur warm und wir hatten noch unsere dicken Sachen an. Vormittags steht die Sonne auf der Rückseite und die großen Fenster zur Dachterrasse heizen den Flur ganz gut auf. Außerdem hatten es die Mitarbeiter gut gemeint und die Fußbodenheizungen schön hochgedreht. Wir fuchtelten unsere Jacken aus und stellten die schmutzigen Schuhe gleich vorn ab und ich wartete ungeduldig, bis Sohnemann endlich seine Sachen ausgezogen hatte. Ich konnte schließlich schon das Meer sehen – aus zwei Fenstern gleichzeitig und in herrlichem Blau.

 

Magisch angezogen: Ab ans Fenster

Wir gingen – nein, es zog uns – an die wunderbare Rundbogentür im Wohnbereich. Da guckten wir drei erst Mal raus, als hätten wir noch nie das Meer gesehen. Dann schauten wir uns um. Der erste Eindruck: Vornehm, modern, hell. Der zweite Eindruck war etwas schmerzvoller, denn ich stieß mir sogleich den Kopf. Wir wohnen zwar auch unter dem Dach, aber wir haben 45° Neigung, breitere Gauben und unter den Schrägen Möbel stehen. Zudem weiß man zuhause nach dem dritten Stoßen, wo man sich bücken muss, während man das woanders erst lernen muss. Am zweiten Tag sank die Quote schon um 50% und am Abreisetag hatte ich mich gar nicht mehr gestoßen.

Denkmalschützer kritisieren ja, dass die Villen nach der Sanierung größer sind. Das bezieht sich auf die Breite, was ja aus der Dämmung der einstigen Sommerhäuser resultiert, aber auch auf die Höhe, wo einige sagen, es seien 30 Zentimeter mehr und andere, einen halben Meter. Das kommt wohl darauf an, wo man misst. Tatsache ist, dass mit 30 oder gar 50 Zentimetern weniger eine Wohnung nicht mehr funktioniert.

Schon jetzt schließen einige Türrahmen mit der Decke ab und im Schlafzimmer dieser Villa ist wahrscheinlich deshalb eine Schiebetür, weil eine normale Tür sich wegen der Schrägen nicht ins Zimmer hinein öffnen lässt und nach außen mit der Badtür kollidieren würde. Bei 30 Zentimetern weniger würde man kaum noch Schränke stellen können. Zudem gibt es ja auch rechtliche Vorgaben an die Deckenhöhe von Wohnräumen. Auf zwei Wohnungen pro Villa verzichten zu müssen, nur um die originalen Maße zu erhalten, kann auch nicht Sinn der Sache sein, denn die hochwertige Sanierung muss sich ja auch rechnen.

Ich selbst hatte anfangs auf den neueren Entwürfen die beiden halbrunden Dachgauben kritisiert, weil sie nicht original sind. In den ersten Entwürfen (wie dem Bild oben) kamen sie nicht vor. Jetzt wo ich das gesehen habe ist mir klar, dass man ohne Gaube gar keine vernünftige Möglichkeit gehabt hätte, eine Balkontür einzubauen. Zur Seeseite hin muss es schon eine richtige Tür sein und nicht so eine ausklappbare Dachfenster-zu-Tür-Konstruktion, die bei Sturm klappert und auch ein seitlicher Zugang vom Mittelrisalit zu den Balkonen wäre von der Raumnutzung her nicht möglich und hätte erst recht schlimm ausgesehen.

Ein wenig schmunzelnd muss ich erwähnen, dass die ECH sogar ein DDR-Relikt erhalten hat. Die Gaube aus der Westseite des Giebels ist nämlich nicht original, sondern erst in den 1980ern entstanden, um dort Leute aus Bitterfeld unterzubringen. Im Sanatorium kam nämlich ein Deal zwischen dem Landwirtschaftsbetrieb des Kreises und den Leuna-Werken zu Stande: Die Leuna-Werke lieferten dringend benötigte Chemikalien an den Landwirtschaftsbetrieb und der bedankte sich beim Sanatorium mit dem Bau des zentralen Blockheizkraftwerkes und das Sanatorium wiederum bedankte sich beim Chemiekombinat mit der Einrichtung einer Unterkunft. Dazu wurde die Dachgaube aufgesetzt und da sie auch nach der Sanierung gut geeignet ist, um Raum zu gewinnen, wurde sie gelassen. Aufgefallen ist es wohl keinem.

 

Die Einrichtung: Eine Entdeckungsreise

Tja, was fiel uns alles auf? Ein Kamin, eine moderne Küche, ein riesiger Fernseher. Ach, ja und recht ausgefallene Möbel – edel und nicht von der Stange.

Übrigens aber auch nichts, was wir uns kaufen würden, denn wir sind da recht altmodisch und sitzen lieber auf dem Sofa, statt drauf zu liegen und brauchen eine Lehne, statt Kissen. Auch huschen wir immer von der Seite auf den Stuhl, was sich bei einer schalenförmigen Sitzfläche nicht gut macht. Trotzdem finde ich die Verarbeitung und die exakten Formen der Gubi-Stühle sehr ansprechend.

Der Vitra-Sessel war eigentlich ständig von jemanden genutzt und die dänischen Designertische passen super zu den Vitra-Möbeln. Überhaupt ist alles stimmig und dann fühlt man sich auch wohl.

Wir gingen ins Schlafzimmer und freuten uns mittags schon auf abends, denn das Bett war vielversprechend. Breiter als lang und mit Seeblick. Leider nur auf einer Seite und so gab es dann auch gleich die erste Kritik, als ich mir ohne nachzudenken das Handtuch vom rechten Stapel nahm. Zunächst verhandelte ich mit meiner Frau, ob wir uns nicht von Nacht zu Nacht abwechseln wollen, aber dann besann ich mich, dass sie die Heizung neben sich hat und ich zuhause auch links liege, also wir uns wahrscheinlich gegenseitig anpusten werden, wenn wir das jetzt tauschen. Also waren die Bettseiten schon mal geklärt – sie durfte ans Fenster.

Etwas verwundert war ich, dass es keine Tür zum Schlafzimmer gibt. Meine Frau hatte sie aber schon entdeckt: In der Wand drinnen und mit einem „Knopfdruck“ hatte man einen Hebel in der Hand, mit der sich die Schiebetür schließen lässt. Wir entschieden uns dagegen, weil Sohnemann nachts gewiss nicht wissen würde, wie er die Tür öffnen muss. Der wollte nämlich im zweiten Zimmer schlafen:

Da nur zwei bezogene Betten und Handtuchpakete in den Nebenkosten inklusive sind, hatten wir sein Bettzeug mitgenommen und er sollte ruhig sein eigenes Zimmer kriegen. Abends hatte er dann seine Meinung geändert und das war uns auch ganz recht so im Urlaub und bei 2,10 Metern Bettbreite auch kein Problem. Zuhause mit zwei Metern hat man oft man einen Fuß, Kopf oder Po irgendwo an sich drücken, was an sich ganz schön, aber dem Schlaf nicht zuträglich ist. Im Zweimeterzehnbett spürten wir den Lütten gar nicht.

Aber zurück zur Erstinspektion: Wir fanden hinter der letzten Tür auch das Bad und waren angenehm überrascht. Es ist zwar ein Schlauch und kleiner, als unseres zuhause, aber von zweckmäßig bis luxuriös ist alles dabei. Badewanne mit Whirlpool – also Düsen, Blasen und Beleuchtung, eine große Dusche mit Kopf- und Handbrause, beleuchteter Spiegel und Designer-Waschtisch.

Das Ganze in mediterranen Terrakottafarben gehalten und Dank Dachfenster mit Tageslicht. Fußbodenheizung gibt es in der ganzen Wohnung, Fliesen nur im Bad und Küche, ansonsten hochwertiges Laminat.

Die malerische Ausführung ist sehr präzise, die hohen Fußbodenleisten, die edlen Türen und Beschläge sehr wertig und zusammen mit der Designer-Ausstattung steht die Ferienwohnung dem Grand Hotel in nichts nach, wirkt aber viel leichter und moderner. So muss es früher hier auch gewesen sein, denn die Logierhäuser waren ja die sommerlichen Familiendomizile und das Grand Hotel die edle Luxusherberge.

Die Größe der Wohnung entspricht mit 70 qm unserer Mietwohnung, fühlt sich hier größer und da kleiner an. Bad und Schlafzimmer sind bei uns größer, Kinderzimmer und Wohnzimmer dafür kleiner. Wir haben zuhause keinen Balkon, was an der Straße auch kaum sinnvoll wäre – insofern wird man bei Balkon plus Dachterrasse richtig verwöhnt. Wenn es denn nicht gerade Winter ist.

Nun ging es erst einmal ans Einräumen. Die Schränke haben allesamt keine Griffe und so verwundert es erst einmal, dass man eine Stelle suchen muss, an der man die Tür oder Schublade greifen kann, um sie aufzuziehen. Schnell merkten wir, dass das nicht das Prinzip ist. Einmal gegen die Tür oder Schublade drücken reicht und schon springt sie sanft ein Stück auf. Der Stauraum ist riesig und größer, als man je brauchen wird und vor allem ohne Schnickschnack. Es überwiegen große tiefe Schubladen – Fächer gibt es in den Kleiderschränken. Die Möbel sind hochwertig, zum Glück aber pflegeleicht, denn gerade mit Kind kann schon mal was daneben gehen.

Ich entdeckte im Laufe des Aufenthalts noch den einen oder anderen Stauraum, wie zum Beispiel an den Seiten des Waschtischs, der wahrscheinlich normalerweise nicht so eingeengt stehen soll. Auch einen Tresor in Laptopgröße gibt es. Ein Raum blieb geheimnisvoll, da verschlossen und mit „Privat“ markiert. Der keine Dachboden neben der Dachterrasse beherbergt diesen Raum. Ich hätte hier die draußen fehlenden Sitzpolster & Co vermutet, aber die fand ich im Keller. Elektrik und Absperrhähne würde ich eher hinter dem Sekretär vermuten, weil sich dort große abschließbare Wandtüren befinden. Was sich nun hinter der Tür befindet, bleibt ein Geheimnis. Rein organisatorisch würde ich dort Reinigungsmittel und Verbrauchsmaterialien lagern, um das nicht ständig vom Lager holen zu müssen.

 

Unterirdische Überraschung: Die Suche nach dem Keller

Den Keller erwähnte ich schon. Natürlich war ich neugierig, wie der wohl aussehen würde, denn das Haus hatte ja ursprünglich gar keinen Keller – der wurde nachträglich untergebaut. Ich fuhr in die -1 und stand in einem von Villa „Großfürstin Marie – Perle“ bekannten langen Korridor mit Verwinkelungen.

Vor mir war der Müllraum, in dem ich jetzt eigentlich Mülltonnen erwartet hätte, aber nur eine ganze Menge unbeschrifteter kleiner Mülleimer vorfand. Am Abreisetag habe ich zwei gleichfarbige mit unserem Müll befüllt – getrennt nach Papier und Restmüll. Zuvor hatte ich versucht herauszufinden, wo was reingehört, aber die Eimer waren alle mit Tüte versehen und leer.

Überhaupt machte auch die Villa den Eindruck, leer gewesen zu sein. Wir begegneten nie jemanden, hörten keinen, es brannte außer der Dauerbeleuchtung im Flur nirgendwo Licht und der Fahrstuhl stand immer dort, wo wir ihn als letztes verlassen hatten. Scheinbar hatten wir die ganze Villa Greif für uns. Was aber praktisch nichts nützt, da man ja nur einen Teil bewohnt. Aber unbewohnt ist die Villa nicht, wie der Zettel an der Tür beweist, den wir auch von zuhause kennen, dort aber gedruckt und laminiert und nicht so gesittet-freundlich. Zwischen Hohenfelde und Heiligendamm liegen scheinbar Welten. 

Ich suchte unseren Kellerraum und fand dabei jede Menge anderer Räume, von denen einige auch offen waren und wo dann typische Hausmeister-Gegenstände drin standen. Nachdem ich unseren Keller nicht fand, wagte ich mich durch den Vorhang und fand ihn dann doch. Links aus einer offenen Tür kam ein Kabel heraus, rechts war ein Loch im Boden mit Holz abgedeckt und als ich den Keller öffnete und das Licht einschaltete, wusste ich auch, warum.

Dort war entlang der Wände der Boden aufgestemmt, sodass alles, was sich im Keller befand, auf dem verbleibenden Podest gestapelt wurde. Waschmaschine und Trockner waren in Luftpolsterfolie eingepackt und die Kissen darauf gestapelt. Ich erzählte das am Abreisetag der MeerFun-Mitarbeiterin, damit sie nicht versehentlich dem nächsten sagten, dass er da seine Wäsche waschen könne. Sie erinnerte sich auch, dass es einen Wasserschaden gegeben hat. Und der muss enorm gewesen sein.

Als ich so im Keller stand und die Orientierung im Haus wieder hatte fiel mir auf, dass ich unter der Wohnung von Dr. Cuno Serowy stand, der hier als Klinikdirektor wohnte. Ich war mit meiner Frau 2009 einmal zusammen mit dem damaligen Architekten Hans Schlag in der Wohnung und wir schauten fassungslos zur Wand, die aussah, als sei da jemand erschossen worden.

Herr Schlag konnte dann lachend lokalisieren, dass die Heizung da kaputt gegangen war und eine durch den stetigen Klimaanlagenbetrieb inzwischen getrocknete braune Lache an Wand und Boden hinterlassen hatte. Nun waren wir also genau auf der gegenüberliegenden Seite ganz oben zu Gast in der sanierten Villa.

Am letzten Tag beim Müllentsorgen erwischte ich den falschen Knopf und landete noch eine Etage tiefer im unteren Keller. So kam ich hinter den Vorhang, den ich am Vortag zu meiner rechten schon mal gesehen habe, der aber zugeklebt war.

Dort fand ich auch den Zugang zur zukünftigen Tiefgarage. Die wird natürlich erst entstehen, wenn die Villen soweit fertig saniert sind. Drei sind es ja noch, eine davon ist schon im Arbeit, Villa „Hirsch“ auf dem Bild ist dann die nächste und Villa „Anker“ links davon die letzte.

Der kleine Parkplatz vor dem Prinzessin-Reuß-Palais wird aber nicht für alle Wohnungen reichen – bis zum Bau der Tiefgarage wird die ECH also wohl wenigstens einen Teil ihres Parkplatzes an der Seedeichstraße für die neuen Bewohner reservieren müssen. Später soll da ja ein Thalassozentrum mit großer Tiefgarage, auch für Tagesgäste entstehen.

 

High Tech pur: Die Küchenausstattung

Nun aber wieder nach oben in die Wohnung. Dort weihten wir erst einmal die moderne High-Tech-Küche von Siematic ein. Sogar der Kühlschrank ist mit dem Internet verbunden.

Einen Tiefkühlschrank gibt es auch, zudem einen Umluftherd mit ausziehbarem Garraum, Touch-Bedienung und vielen interessanten Extras. Die Pizzen wurden so gut, wie zuhause nie, die mitgebrachten Brötchenrohlinge am übernächsten Morgen jedoch etwas braun.

Der Wasserkocher brachte meine Frau zur Verzweiflung, weil sie den entscheidenden Knopf an der Rückseite nicht fand. Nachdem ich es ihr zeigte, funktionierte auch das.

Ein guter Geschirrspüler ist auch dabei – den brauchten wir aber genauso wenig, wie die Mikrowelle.

 

Abgekapselt: Filterkaffee Fehlanzeige

Was wir schmerzlich vermissten, war eine Filterkaffeemaschine. Wir wussten aus der Beschreibung, dass es eine Nespresso-Kapselmaschine gibt, aber dass es nur diese gibt, ahnten wir nicht. So hatten wir Kaffeepulver mit und ein Problem. Zwei Kapseln normalen und zwei entkoffeinierten Kaffee gab es im Spender, aber das würde unseren Bedarf nicht decken.

Da ich aber eh noch die Torkarte vom Grand Hotel holen musste, ging ich einen kleinen Bogen über den Bahnhof und holte uns zwei Coffee-to-go und rettete den Nachmittag. Torte hatten wir mitgebracht und Getränke für den Kleinen sowieso. Am nächsten Tag hat der Großherzogliche Wartesaal Ruhetag, aber da plante ich ohnehin, mit der Familie im Café Median in der Median-Klinik Kaffee trinken zu gehen.

Bei der Abreise erzählte ich das mit der Kaffeemaschine und erfuhr, dass wir uns auch eine Kaffeemaschine hätten ausleihen können. Man will aber dem Eigentümer den Hinweis geben, dass er eine Filtermaschine bereitstellen soll. Ich hatte da eine ganz eigene Theorie – nämlich, dass die Gäste ins Grand Hotel gehen, wenn sie Kaffee trinken wollen.

Wir können uns auch nicht mit den Gästen vergleichen, die es sich leisten können, jeden Tag auswärts Kaffee zu trinken. Dem Ort würde das Fehlen von Kaffeemaschinen in Ferienwohnungen jedenfalls nützen – darum sahen die Bebauungspläne ursprünglich ja auch gar keine Fewo vor, sondern Pensionen.

 

Eigentümer mit Herzblut: Die Zukunft hängt aus

Die Befürchtung, dass nun in den Villen lauter Ferienwohnungen entstehen, ist wohl unbegründet. Man hat beim Kauf die Option, die Wohnung ohne Mehrwertsteuer zur Ferienvermietung zu erwerben, aber das ist nicht mit Fewo-Komplexen vergleichbar.

Die meisten Erwerber kaufen die Wohnung für sich selbst, denn die meisten haben eine enge Bindung zu Heiligendamm. Die Ferienwohnung in der Villa Greif gehört einer GbR aus zwei Privatpersonen, die aber keineswegs keine enge Bindung zu Heiligendamm haben.

Wer im Flur den Masterplan der ECH, im Schlafzimmer die Visualisierung der Perlenkette und im anderen Schlafzimmer die Visualisierung der zweiten Reihe eingerahmt hat, ist mindestens genauso begeistert von der Wiedergeburt der Legende, wie ich.  

Es lohnt sich übrigens, mal genauer hinzuschauen:

Hier sehen wir den Demmler-Park auf der Freifläche gegenüber der Median-Klinik. Das ist ein wichtiges Teil im Puzzle, denn hier entstehen die Gewerbeflächen, die es braucht, um Heiligendamm zu einem Urlaubsort zu machen, in dem es zwischen Imbiss und Sternerestaurant und zwischen Textilshop und Designerboutique auch andere Angebote gibt und das nicht nur an 100 Tagen im Jahr.

Oder hier das Sportzentrum, das es ja schon gibt und die Gartenwirtschaft, die irgendwann noch entstehen soll.

Mir sind gegenüber dem ersten Masterplan auch Änderungen aufgefallen. Das Konferenzzentrum ist zwar nicht aufgegeben, aber es bleibt auf unabsehbare Zeit erst mal beim Parkplatz. Auch am Parkplatz am Bahnhof wird so bald kein Gewerbekomplex entstehen.

Hier sieht man noch mal sehr schon die Lage der geplanten Neubauten hinter der Perlenkette. Der erste Teil wird in Kürze entstehen – die Genehmigungen für die „Ensemble Villa“ laufen und der Bau könnte noch 2019 beginnen:

Auch die Kolonnaden werden als nächstes saniert. Hier entstehen schmale Chalet-Wohnungen über zwei Etagen mit Terrasse und Garten:

Zuletzt wird dann die große Lücke geschlossen, in der man die kleine Post und die Garagen standen. Das „Ensemble Palais“ wird das Herz der Privaten Residenzen Heiligendamm mit Rezeption und auch mit einem großen Saal, einer Dachterrasse zum Park hin:

Insgesamt wird das Projekt „Private Residenzen Heiligendamm“ dann 138 Wohnungen umfassen. Mehr Informationen gibt es unter „Blick in die Zukunft: So ist Heiligendamm und so soll es werden.“.

 

Modern pinkeln: Klospülung mit Bluetooth

Doch nun zurück aus der Zukunft Heiligendamms in die Gegenwart des Greif-Urlaubs:

Nach dem Toilettengang interessierte ich mich für den Kasten hinter der Klobrille mit den drei Knöpfen. Ich drückte den grün leuchtenden Knopf und es gab ein Geräusch. Ich drückte den Knopf darüber und ehe ich begriff, dass das Ding, das da von hinten nach vorn ausfährt, eine Hygienedusche ist, trafen mich auch schon die ersten Spritzer. Ich knallte die Klobrille zu und machte das Ding aus. Danach wischte ich das Bad. Am Abend tat ich dann das, was man normalerweise mit der „Podusche“ macht und fand es sehr angenehm. So etwas will ich jetzt auch haben.

Als ich übrigens versuchte, meine Bluetooth-Tastatur mit dem Tablet zu verbinden, verband sich das Tablet mit der Hygienedusche. Keine Ahnung, was man damit anstellen kann – ich habe die Verbindung wieder getrennt, denn ich wollte ja eine Danke-E-Mail an eine langjährige Bekannte schreiben und nicht schon wieder das Bad putzen.

 

Smart wohnen: Die Hightech-Ausstattung

Der Fernseher machte mir keine Probleme. TV einschalten, Settop-Box einschalten und das bekam sogar Söhnchen hin. Großes Bild – für die Entfernung gerade richtig. Die Fernseher sind von Loewe, übertrumpfen also unseren kleinen Telefunken-Billigfernseher, aber dafür haben wir Dank angeschlossenem Lautsprecher besseren Klang. Die Geschwindigkeit beim Zappen ist so lala, aber das kenne ich als ehemaliger Entertain-Kunde.

Das Internet war zügig – ich habe es nicht getestet, wie schnell, aber auf jeden Fall gefühlt so schnell, wie zuhause mit 50 Mbit/s. Wenn dasselbe Netz genutzt wird, wie es die ECH hat, sind das Geschwindigkeiten, von denen Normalverbraucher nur träumen können. WLAN ist übrigens kostenlos, Logindaten stehen in der Gästemappe. Das war mir schon nicht unwichtig, denn zum Geburtstag kamen erwartungsgemäß viele Nachrichten und Internet über Mobilfunk ist in Heiligendamm zumindest mit Vodafone nicht gerade gut abgedeckt.

Nicht so einfach war es mit den Fenstern. An die Dachfenster kommt man gar nicht an, sodass wir uns schon fragten, wie man hier lüftet. Den guten Rat der Meerfun-Mitarbeiterin, uns mit den Anleitungen im Sekretär zu beschäftigen, da dort alles sehr modern ist, befolgten wir und fanden heraus, dass sich Fenster und Rollos mit Touch-Fernbedienungen steuern lassen, die per Magnethalterung an zwei Stellen angebracht sind. Wenn es regnet, verweigert die Fernbedienung die Öffnung der Fenster, außer man klickt ausdrücklich an, dass man es will. Ich wollte es dann lieber nicht und öffnete stattdessen die Balkontür.

Schade finde ich, dass sich diese Türen nicht kippen lassen. Wobei sich die vom Flur zur Dachterrasse nicht einmal öffnen ließ. Wahrscheinlich wäre mir das gelungen, wenn ich stärker dran gezogen hätte, aber ich wollte weder den Griff in der Hand, noch die Gummidichtung um die Ohren haben, sodass ich durch das Zimmerfenster auf die Terrasse ging. Die Tür schien sich festgesaugt zu haben – eine typische Erscheinung, wenn Türen abwechselnd Wärme und Kälte ausgesetzt sind und nicht oft genug benutzt werden. Nach uns war auch erst wieder für April eine Belegung angezeigt, die Belegung war aber über die Saison nach Auskunft von MeerFun sehr gut.

Lüften mussten wir viel, denn schon auf Stufe 3 der Fußbodenheizung war es uns in der Wohnung zu warm und ohne Fußbodenheizung auf Strümpfen zu fußkalt. Der Gaskamin hingegen ist wieder einfach zu bedienen. Einschalten, warten, Flamme einschalten und schon brannte das Feuer, als wäre es ein echter Kamin. Vor dem Kamin war es zuerst wohlig warm und bald nicht mehr auszuhalten. Das Fenster öffnete automatisch einen Lüftungsschlitz und schloss ihn später wieder, was meine Frau jedes Mal erschreckte.

Leider ist es mir nicht gelungen, den Kamin dazu zu bringen, weniger stark zu heizen, aber ansonsten ist er einfach Spitze. Damit könnte ich mich auch anfreunden, denn im Vergleich zu unserem Bioethanol-Kamin macht der Gaskamin keine Arbeit, riecht nicht und hat eine vielfach höhere Heizleistung. Wenn man das Zusammenspiel von Kamin und Fußbodenheizung raus hat, ist das ganz bestimmt ein herrliches Wohnen.

 

Alles stimmig: Gut überlegte Ausstattung

Kurz zur Ausstattung: Ich fand einen Fön und einige Tücher, es gibt Geschirrtücher, Servietten, Tischdecken, Untersetzer, ein Tablett, ein Obstkorb, eine Etagerie, Pfannen, Töpfe und alles was man sonst so braucht – übrigens Induktionsgeschirr. Es gibt Schneidebretter, Besteck, eine Küchenschere, Teller, Tassen, Gläser, auch für Tee und für alkoholische Getränke, wenn auch nicht explizit Weißwein- und Rotweingläser. Wir sind da aber nicht so.

Es gibt einen Schrank mit Besen, Wischer und Staubsauger und Meerfun stellt in einer interessanten Box alles zum Geschirrspülen bereit. Das hat uns sehr erfreut.

Wir fanden auch ein paar Gewürze und etwas Tee, aber das machte eher den Eindruck, als habe es jemand dort gelassen. Das kennen wir aber von anderen Ferienwohnungen auch.

Insgesamt ist das hier aber kein Sammelsurium, sondern eine durchdachte und stylische Zusammenstellung. Wo hat man schon Serviettenringe und Teegeschirr?

Im Bad fanden wir Handwaschgel und Handcreme von Molton Brown. Zuerst waren wir überrascht, warum man dort deutlich angefangene Behälter stehen hat, nachdem wir aber aus Faszination über den Duft nach der Marke googelten und den Preis sahen, war uns der Grund klar. Molton Brown ist auch die Marke, die man im Grand Hotel findet. Wir haben uns schon lange nicht mehr so beschnuppert, wie in diesem Urlaub.

 

Am Wasser gelegen: Meerblick ohne Badespaß

Der erste Tag war bald um und wir entschieden uns, abends gemeinsam zu baden. In der Anleitung steht, dass man den Heißwasserhahn nur halb aufdrehen darf und Shampoo und Bademittel nicht zugelassen sind. Das Wasser wurde nicht heiß, sondern blieb nur warm.

So war es dann zwar ganz nett, sich im Schummerlicht beblubbern und ein wenig massieren zu lassen, aber Stimmung wollte nicht aufkommen, weil das Wasser keine Wohffühltemperatur hatte und ohne Badezusatz jede Reibung unangenehm war. Die morgendliche Dusche war dann wieder warm genug, aber auch erst nach einer kleinen Vorlaufzeit. In der Küche war es genauso – scheint also ein grundsätzliches Problem zu sein. Das ist aber auch logisch: Wenn wir wirklich die einzigen im Haus waren, gab es zu wenig Umlauf.

Natürlich haben wir wann immer es ging aus dem Fenster gesehen und auch mal ein paar Minuten auf dem Balkon verbracht. Ich hatte den Tisch etwas eingeklappt und zur Seite gestellt, weil er den Seeblick störte.

Als wir am nächsten Tag unten lang gingen wurde mir klar, warum er in der Mitte stand und ich schob ihn vor der Abreise auch wieder dorthin.

 

Traumhaft: Mehr Meer gibt’s nur auf’m Schiff

Der Balkon ist im Dunkeln beleuchtet und die Dachterrasse auch. Die Sonnenaufgänge sind herrlich, die Sonnenuntergänge fantastisch und dazwischen ist es wundervoll.

Ich postete immer mal ein Bild auf Instagram.

 

Sehen und gesehen werden: Das Promi-Problem

Womit wir nicht gerechnet hatten: Kaum stand man am Fenster oder auf dem Balkon, blieben die Leute unten stehen und guckten hoch. Manche machten sogar im Vorbeigehen verstohlen Fotos. Wer gern gesehen wird, wird es lieben – wir mögen es nicht. Vor allem muss man vorsichtig sein, wenn man dann in Unterwäsche zwischen Schlafzimmer und Küche umher läuft und Licht eingeschaltet hat.

Wir wissen ja, dass eben diese Neugier in Heiligendamm ein Problem ist, das überhandgenommen hatte, was dann letztlich zur Abschottung des Grand Hotels führte. Aber das selbst zu erleben, ist eine andere Erfahrung. Irgendwie waren wir ja aber auch stille Beobachter und sahen den Median-Patienten beim Morgenspaziergang oder beim Wassertreten zu.

 

Was geht: Die Klippen des Heiligendamm-Urlaubs

An meinem Geburtstag gingen wir erst einmal zum Schwanencafé Frühstück essen. Wir erwarteten ein Büffet und ganz viele Leute, die sich darum drängen, aber als wir reinkamen, war wie am Vortag nur Frau Ramm da. Sie führte uns an einen reich gedeckten Tisch im hinteren Bereich.

Dort standen drei Gedecke, ein Brotkorb, eine Kaffeekanne, zwei Karaffen, Blumen, Kerze und eine Etagere. Es gab helle Brötchen und dunkle, Butter, Konfitüren, Salami, Schinken, zwei Sorten Wurst, Schnittkäse, Mozzarella, Camembert, Tomaten, Gurken, Paprika, Salatdekoration, für jeden einen kleinen Joghurt und einen leckeren Keks, Orangensaft, Wasser, Kaffee, für den Kleinen noch Kakao – und jetzt bot sie noch Rührei oder Lachs an. Ich fragte ungläubig, ob das alles für uns ist. Aber klar. Wir waren baff.

Und nach über einer Stunde, in der sie immer wieder schaute, ob wir noch was haben wollen und in der wir uns richtig wohl und willkommen fühlten, waren wir außer baff noch knülle. Das war ein Geburtstagsfrühstück!

Bezahlt haben wir 30,50 Euro, natürlich plus Trinkgeld. Für zwei Erwachsene und ein Kind – unschlagbar. Wir hätten auch im Grand Hotel frühstücken können – zum halben Preis. Dann hätten wir 25 Euro pro Erwachsenen und ich glaube die Hälfte für den Kleinen bezahlt. Und mehr als uns satt essen hätten wir dort auch nicht machen können, nur für viel mehr Geld.

Trotzdem würde ich natürlich jedem empfehlen, das mal zu machen. Ich kenne so einige Speisen dort von Veranstaltungen und Versammlungen, sodass mich da nichts Neues erwartet hätte, aber wer noch nie im Grand Hotel war, sollte die Frühstücks-Vergünstigung unbedingt mitnehmen. Die Gerichte dort sind nicht nur Nahrung, sondern Kunst.

Wir fragten nach Coffee-to-go für den Nachmittag und auch das geht im Schwanencafé. Beim Studium der Kuchenauslage entschieden wir uns aber, nachmittags lieber hier, als ins Café Median Kaffee trinken zu gehen und haben es keineswegs bereut.

Wenn Sie sich wundern, warum ich als Heiligendamm-Kenner jetzt erst das erste Mal im Schwanen-Café war: Wir hatten gleich nach der Eröffnung das Café besucht. Draußen wurden wir nicht bedient und drinnen kamen wir nicht so richtig klar – es war alles sehr unübersichtlich und die Leute wussten nicht mal, wo sie sich anstellen sollten, sodass die Stimmung gereizt war. Wir sind dann zu Coco gegangen und da auch geblieben. Hätten wir nicht dort Frühstück gegessen, wäre das wahrscheinlich auch für immer so geblieben. Ab jetzt sind wir Stammgäste im Schwanencafé – natürlich bleibt es aber auch beim Eis bei Coco. Der hat übrigens im Winter bis auf die Feiertage geschlossen.

 

Nur die Hälfte: One Day SPA im Grand Hotel

 

Den Nachmittag verbrachten wir im HeiligendammSPA im Grand Hotel. Da ich bisher immer Leute im Bademantel über das Hotelgelände laufen sah, erkundigte ich mich bei der Torkarten-Abholung, ob es Umkleidemöglichkeiten im SPA-Bereich gibt und wo man denn buchen kann. Der freundliche junge Mann an der Rezeption, den ich als Instagram-Fan sofort wiedererkannte, erklärte mir, dass es Umkleidemöglichkeiten gibt. Wir mussten also nicht bei -2 °C im Bademantel über die Straße laufen.

Zum Severin-Palais brauchten wir keine Torkarte, weil wir auch so durch das Tor hindurch konnten. Sonst wäre es auch ein Problem, wenn man die Karte wieder abgibt, zurück zur Wohnung zu kommen. Zumindest auf legalem Wege, denn über den Wirtschaftsweg käme man auch dahin, darf ihn aber eigentlich nicht betreten.

Wenn man von der Villa zum greifbar nahen Strand will, muss man entweder das Grand Hotel umrunden und am Findling auf die Promenade und zum Strand gehen oder man umrundet die ganze Perlenkette und nutzt den Strandzugang am Parkplatz, wie jeder andere auch. Das ist sinnig, da es zwischen den beiden Strandzugängen ohnehin nicht zum Strand geht, man also sowieso zur Seebrücke oder Eismilchbar laufen muss, um an den Strand zu kommen.

Die Villen-Bewohner haben es also zwar eigentlich dichter zum Strand, müssen aber genauso einen Bogen dorthin laufen, wie die Tagesgäste, die parallel dazu einen etwas größeren Bogen laufen und von denen sich einige immer wieder laut ärgern, dass es keinen direkten Weg zum Strand gibt. Ich frage mich, ob sich die Villen-Bewohner genauso ärgern, denn laut hat das noch keiner getan. Und die können gar nicht direkt hinter dem Deich parken, wie es die Tagesgäste tun. Der Stichweg, auf den die Stadt letztlich nach acht Jahren des Stillstandes in der Mediation verzichtete, sollte genau hier auf dem Rasen entlang führen:

Nun zum SPA: Die Tür des Severin-Palais war offen und ich glaube, das Prinzip jetzt verstanden zu haben. Wenn ich Führungen mache und die Rezeption ist nicht besetzt, muss ich die Torkarte nutzen und wenn die Rezeption besetzt ist, komme ich auch so hinein. Heute war die Rezeption besetzt – also ist das wohl das Geheimnis. Zum Hintergrund, warum man überhaupt die Tür verschließt, erfuhr ich am Rande einer Führung, dass da einfach zu viel gestohlen wird. Im Eingangsbereich gibt es ja Textilien und auch Kosmetika und wenn da keiner sitzt und aufpasst… Denkbar ist das schon.

Der Empfang an der Rezeption des SPA war gewohnt freundlich. Die Dame fragte uns, ob wir uns auskennen und erklärte nach Verneinen, dass wir mit dem Schlüssel unsere Spinde öffnen können, dort Bademantel, Slipper und zwei Handtücher vorfinden und für den Lütten gab sie uns Bademantel und Slipper mit – auf ein zusätzliches Handtuch verzichteten wir von uns aus. Unseren Nachnamen wollte sie noch wissen und bezahlen können wir nachher wieder hier. So einfach hätten wir uns das nicht vorgestellt. Wieder so ein Handschlag-Erlebnis. Arkadien ist unkompliziert.

Das schwarze Armband für den Mann, das rote für die Frau, zwei Treppen herunter und schon standen wir in einer anderen Welt. Links die Dame, rechts die beiden Herren – irgendwo werden wir uns schon wiedersehen. Bei einer Hausführung waren wir beide schon mal im SPA-Bereich, aber da wurden die Umkleideräume ausgelassen. Sogar der Kleine stieß jetzt einen Laut des Staunens aus. Ich bin ja einiges an Luxus im Grand Hotel gewöhnt, aber das hat mich sprachlos gemacht. Man glaubt nicht mehr, im Winter an der Ostsee irgendwo in Mecklenburg zu sein. Gefühlt ist das irgendwo in Fernost mit einem Hauch von Griechenland.

Wir legten unsere Sachen ab, öffneten den Spind, fanden vor, was uns gesagt wurde, zogen uns um und fühlten uns in den schönen Bademänteln pudelwohl. Mir fiel auf, dass die Kinder-Slipper noch das Grand-Hotel-Logo tragen, die großen und die Bademäntel aber nicht mehr.

Der Insolvenzverwalter hatte mir damals erklärt, dass die mit Logo versehenen Textilien viel gestohlen werden und man immer nur große Mengen nachbestellen kann. Also hat er einiges an Textilien durch welche ohne Branding ersetzt, die er jederzeit in kleineren Stückzahlen nachbestellen kann. Auch gibt es seitdem außer den fein aufgestapelten Handtuch-Rollen in den Toiletten auch Papierhandtücher. Die Kinderslipper sind dann wohl noch aus dem Bestand vor 2013, weil davon nicht so viele mitgenommen wurden. Für uns sowieso ein no go – unsere Textilien landeten am Ende brav im Sammel-Korb.

Die Bademäntel als erstes anzuziehen erwies sich allerdings als Unsinn, denn wir wollten ja noch duschen und legten dort alles wieder auf den Boden. Nicht, weil es keine Ablagen oder Haken gab, sondern weil der Haken gerade so hoch ist, dass ich ihn erst beim Duschen nach dem Bade wahrnahm. Es gibt auch Umkleidekabinen, die wir aber nicht brauchten, weil wir die Badehosen schon in der Wohnung angezogen hatten.

Dank eines Gastes fanden wir auch den Weg zum Pool. Vorbei an Toiletten, Ruheräumen und einer Sitzecke ging es zu einer Treppe, wo die Mama schon auf uns wartete. Zum Pool also nun die Treppe wieder hoch. Geradeaus eine große Ablageliege und dahinter ein Schild „Kinderschwimmen 11-15 Uhr. Da waren wir gerade richtig. Rechts die SPA-Bar, aber kein Mensch, links drei Gäste und im Wasser auch noch mal so viele.

Wir nahmen drei Liegen in Beschlag und den Sohn zog es erst einmal zum Sprudelbecken. Schon an den Füßen fühlte sich das an, wie heißes Badewasser und das war es auch. Sonst jauchzt man, wenn man ins kalte Wasser geht – hier ging es Schritt für Schritt ins Warme. Wobei nach zwei Stufen der Abgrund so tief ist, dass man von der Hüfte bis zur Brust ins Wasser rutscht.

Also Sohnemann festhalten und erklären, dass er nur auf der Bank entlanglaufen darf und sie auf keinen Fall verlassen. Das Wasser war in Bewegung, aber nur durch die beiden Düsen im Boden. Die Whirlpool-Funktion und auch die beiden Massageduschen im großen Becken waren die ganze Zeit nicht an. Wahrscheinlich, weil es Kinderzeit war. Ich habe von der Dachterrasse der Wohnung abends da mehr Leben und Bewegung um Wasser gesehen. Für uns war das aber genau richtig.

Dann wollten wir ins große Becken, das aber gegen das kleine unheimlich kalt ist, sodass unser Sohn da nicht rein zu kriegen war. Er lief zum runden Becken zurück und wollte sich da vergnügen. Gäbe es nun daneben eine Treppe, hätte ich das vielleicht zugelassen, aber wenn er in dem runden Becken abrutscht oder sich vergisst, wäre niemand schnell genug da, um ihn aus dem Tiefen zu ziehen. Man müsste erst raus und um das ganze Becken herumlaufen. Eine Aufsicht gibt es gar nicht, lediglich zwei Kameras habe ich wahrgenommen. Man muss also selbst aufpassen. Mitarbeiter waren aber zumindest immer mal präsent, also es ging immer mal jemand die Treppe entlang oder zum Fitness.

Also ging ich zu unserem Sohn und wir spielten auf der runden Bank Karussell, während Mama ein paar Bahnen zog. Irgendwo gab es eine etwas schärfere Kante – die junge Haut hatte eine Schramme und ich merkte das auch einmal am Bein. Dann wechselten meine Frau und ich und danach versuchten wir noch mal, ihn ins große Becken zu bewegen.

Das gelang nicht, aber ein Wasserball schien die Rettung zu sein. Der gehörte einem Mädchen, das gerade Pause machte und meine Frau fragte, ob wir uns den ausleihen dürfen. Ich hätte bei „Kinderzeit“ eigentlich jede Menge Wasserbälle, Poolnudeln und so etwas erwartet, aber da habe ich wohl das Prinzip nicht verstanden: Kinder dürfen zu dieser Zeit den SPA-Bereich nutzen und Erwachsene wissen dann, dass es etwas lauter und schwerer zu schwimmen wird. Zum Spaßbad wird der Pool in der Zeit aber nicht.

Dank Wasserball konnten wir unseren Sohn animieren, ins Wasser zu kommen. Das geht aber nur bis zum schwarzen Strich, der sich eine Stufenbreite hinter der untersten Stufe befindet. Das Becken geht schräg runter, sodass schon ein Schritt zu viel bedeutet, mit dem Mund im Wasser zu sein. Ich nahm unseren Sohn auf den Arm und jagte dann mit ihm dem Ball nach. Er warf ihn, fing ihn und ich war der Motor und hatte gut zu tun und er seinen Spaß. Dann spielten wir noch mal nacheinander mit ihm, während der andere schwamm und als das Mädchen ihren Ball wiederhaben wollte, waren wir auch gerade so weit, aufhören zu wollen.

Die anderen Gäste hatten blaue Körbe dabei und ich erinnerte mich, dass auf der Internetseite des Grand Hotels steht, dass es zum SPA einen SPA-Lunch gibt. Ich hatte gedacht, dass damit die SPA-Bar gemeint ist und man dort etwas bekommt und deshalb nicht nachgefragt. Die SPA-Bar war nicht wirklich besetzt. Ganz offensichtlich sind die Körbe die Lunch-Pakete. Vielleicht ist der SPA-Lunch nur für Hotelgäste, quasi als Sahnehäubchen. Egal – wir sind ja nicht zum Essen ins Schwimmbad gegangen.

Wir gingen noch mal ins warme Becken, um uns wieder aufzuwärmen und dann in die Umkleide. Draußen tauschten wir uns über die Ausstattung aus und die ist wohl bei den Frauen recht umfangreich vom Haartrockner ober die Ohrenpflege bis hin zum Schminken. Ich fand bei uns nur einen Getränkespender. Aber dafür hatten wir in der Duschkabine diesmal Duschgel und Shampoo – beides von Molton Brown. Da hat sich also jemand am Grand Hotel orientiert.

Duftend verließen wir den SPA und gingen mit einem mitgebrachten schwarzen Müllsack mit den nassen Sachen drin in der Hand zur Rezeption. Die war inzwischen neu besetzt, aber trotzdem wusste die Dame gleich, wer wir sind, sonst hätte sie ja nicht den reduzierten Preis berechnen können.

77 Euro zahlten wir – das sind die Euro weniger, als wir sonst pro Erwachsenen bezahlt hätten. Dafür konnte man das machen und wenn man zu zweit ist oder ein großes Kind hat, das allein bleiben kann, ist das für Pool, Saunalandschaft und die verschiedenen Räume ein sehr guter Preis. Sauna & Co. haben wir nicht gemacht.

 

Fazit: Derzeit noch nicht mit kleinen Kindern

Ohne Zweifel sind die geplanten Erweiterungen des SPA-Bereichs dringend notwendig. Kinderzeiten hin oder her – unter 14 Jahren kann man ein Kind hier nicht schwimmen und schon gar nicht allein lassen. Eigentlich macht es nur Sinn, sein Kind im Kid’s Club abzugeben und dann zu zweit einen schönen SPA-Tag zu machen.

So war es ja damals auch gedacht, aber dass das Grand Hotel so ein Renner bei Familien wird, ahnte man wohl gar nicht. Bis zu 100 Kinder sind an den Sommer-Wochenenden im Hotel und es wurden auch in der Orangerie schon Räumlichkeiten für Kinder umgenutzt.

Das geplante Kinderbecken ist wichtig und auch der geplante Außenbereich wäre sehr wichtig. Vor allem muss es ein wärmeres Schwimmbecken geben. Die Exklusivität, die luxuriöse Ausstattung, die ganze Aufmachung – das ist alles wirklich unglaublich einzigartig. Aber in der Praxis ist das a-ja-Resort in Warnemünde dem weit voraus, denn da gibt es ein Schwimmbecken, warme Außenbecken und einen Kinderbereich. Mit Kind ist die OASE Güstrow bisher das beste Angebot in der Umgebung. Trotzdem muss man natürlich in Heiligendamm darauf achten, dass es nicht zum Spaßbad wird, sondern das einzigartige SPA-Erlebnis ungestört bleibt.

Unser Vorhaben ist, nach einer hoffentlich bald mal beginnenden Erweiterung noch einmal in Familie wiederzukommen.

 

Typisch Urlaub: Alte Bekannte treffen

Nach dem SPA war Kaffeetrinken angesagt. Wie vorgenommen im Schwanen-Café mit leckerem selbstgemachtem Kuchen und einem für die Preislage erfreulicherweise ungewöhnlich großen Pott Kaffee.

Am Tisch neben uns ließ sich eine Gruppe älterer Damen nieder und ich erkannte sie sofort als meine ehemaligen Lehrerinnen. Meine einstige Klassenleiterin erkannte mich auch, weil wir uns nach der Schulzeit öfters mal gesehen haben und sie in Heiligendamm wohnt. Wir unterhielten uns, nachdem sie sich setzte, drehten sich alle zu mir um und bemusterten mich und erkannten mich wieder.

Das kann natürlich passieren, wenn man Urlaub vor der Haustür macht. Ich fand es lustig, wenngleich es auch etwas verlegen machte. Nach dem Kaffee ging es dann über die Promenade zurück zur Wohnung, ausruhen, Dreisamkeit.

 

Experiment gescheitert: Dienstag kein Lieferservice

Für den Abend wollte ich Essen kommen lassen und war schon ganz gespannt, ob der Bote uns findet. Leider konnte das Experiment nicht stattfinden. Ich hatte mich im Vorfeld schon schlau gemacht und nur Lieferdienste in Satow und Börgerende mit Online-Speisekarte und Online-Bestellmöglichkeit gefunden. Ausgesucht hatte ich mir „Luna Rossa“ in Börgerende, weil dann das Essen noch warm ist.

Ausgerechnet am Dienstag haben die aber nicht geöffnet. Von Pascham und Shanghai fand ich keine Speisekarten, die Rostocker Dienste liefern nicht nach Heiligendamm – das Abendbrot schien zu scheitern.

Also ging ich über die Baustelle und stieg ins Auto, fuhr nach Bad Doberan und holte uns Essen aus dem Shanghai. Der Wachdienst hatte schon Feierabend und das Tor stand offen, sodass meine größte Sorge unbegründet blieb. Wir bekamen unser Essen, machten es uns noch gemütlich und schliefen am letzten Morgen nicht ganz so lange, weil wir ja noch packen und aufräumen mussten.

 

Adieu, Arkadien: Die Abreise

Der letzte Morgen war noch einmal gemütlich. Da nach uns keiner kam, konnten wir uns bis 12 Uhr Zeit lassen und in Ruhe duschen und frühstücken, bevor wir packten und sauber machten. Die Wohnung musste nur besenrein übergeben werden und natürlich alles abgewaschen und weggestellt und eventuell verschobene Möbel wieder an die alte Stelle gestellt werden. Ich saugte zusätzlich auf dem Hausflur noch den Dreck der Schuhe weg und meine Frau zog die Betten ab und machte gewohnheitsgemäß noch ein wenig sauber. Sie arbeitet selbst als Zimmermädchen und weiß, wie gut das für die Zimmermädchen tut. Die letzte Wohnung in Cuxhaven hatten wir sauberer verlassen, als wir sie vorgefunden hatten.

Meine Frau monierte übrigens auch Staub auf den Oberseiten der Möbel und ein paar Schlieren an den Glasflächen, weil sie einen Blick dafür hat – schließlich kontrolliert ihre Chefin auch mal. Laut MeerFun-Zettel war das Reinigungsteam am 3. Januar da und in über 20 Tagen setzt sich natürlich neuer Staub ab. In einer zwanglosen Unterhaltung mit der Dame von MeerFun erwähnte ich das und sie sagte, dass vor ein paar Tagen nochmal sauber gemacht wurde, als die Betten bezogen wurden.

Sie sagte auch, dass sie das Gefühl hat, dass durch die Baustelle in der Fewo besonders schnell wieder Staub da ist. Das finde ich plausibel und auf die Baustelle wird auch hingewiesen und nur wegen der Bautätigkeit haben wir uns die Wohnung ja überhaupt leisten können. Also gewiss keinen Punktabzug, sondern Lob und Trinkgeld.

Baulärm haben wir übrigens nicht gehört. Die lauten Maschinen waren tagsüber ganz leise zu hören – eher zu spüren – und nachts wurden nur leise Maschinen (Entfeuchter) betrieben. Allerdings war es ja Winter und wir hatten die Fenster geschlossen. In der Saison werden solche Arbeiten aber auch nicht gemacht.

Mit zwei Koffern, Rucksack und Umhängetasche musste ich wieder Slalom laufen, weil diesmal ein Kranwagen den Weg zum Haus versperrte. Eigentlich sind nur der Dreck und der Umweg wirklich lästig. Hier wäre es schon nützlich, wenn der Gang unter den Kolonnaden durchgehend passierbar wäre, denn dann würde man vor der Villa „Seestern“ zu den Kolonnaden gehen und vor der Villa „Greif“ diese wieder verlassen. Man hätte dann nur zweimal etwas Rasen unter den Füßen, ansonsten aber Natursteinplatten.

 

Fazit: Arkadien? Alles super!

MeerFun hat von uns auf dem Bewertungsbogen die volle Punktzahl, eine gute Bewertung und Trinkgeld bekommen. Die machen ihren Job gut und die Eigentümer haben damit eine gute Wahl getroffen.

Es war der schönste Urlaub, den wir bisher hatten. Und auch der teuerste, aber trotzdem haben wir keinen Cent bereut. Der Preis wird und muss nach Abschluss der Bauarbeiten steigen und wenn das Niveau dabei nicht sinkt, ist das vollkommen gerechtfertigt.

Es ermöglicht auch den Gästen einem Aufenthalt in Heiligendamm, die zwar die Angebote des Grand Hotels zu nutzen und bezahlen bereit sind, aber nicht im Hotel wohnen wollen. Der Preis regelt die Nachfrage und darum muss der Preis für die Ferienwohnung so sein, dass er nur die Leute anlockt, die dem Grand Hotel auch nützen und auf keinen Fall schaden, wie es vor 2009 der Fall war, als Kempinski das Grand Hotel über TUI und Neckermann vermarktete und damit eine Klientel anzog, die zum einen gar nicht genug Geld übrig hatte, um sich mehr, als das Gebuchte zu leisten und andererseits die Stammkunden vergraulte.

Insgesamt können wir die Ferienwohnung in der Villa „Greif“ ganz klar empfehlen. Sie ist hochwertig und doch zweckmäßig, modern und doch vornehm, äußerst bequem und der Meerblick ist einfach großartig – selbst für jemanden, der drei Tage die Woche am Meer zu tun hat. Der Kleine wollte übrigens diesmal nicht wieder weg und als wir beide die Torkarte zurück ins Hotel brachten, wollte er gleich wieder geradeaus ins Severin-Palais zum baden. Wenn es dem kleinen Urlaubsmuffel so gefällt, ist das ein guter Indikator für einen gelungenen Urlaub mit Kind.

Der Preis ist jetzt noch günstig – in der Nebensaison kann man auch weniger, als 5 Nächte am Stück buchen und man hat ganz Heiligendamm für sich. Die drei Imbissbuden haben im Winter geschlossen und Cocos Eismilchbar auch, aber all das gibt es auch im Schwanencafé, dem Herzoglichen Wartesaal, dem Café Median, der Veranda, KOSI’s, dem DECK und dem Jagdhaus und natürlich im Grand Hotel mit den drei Bars und zwei Restaurants.

Frühstück kann man im Schwanencafé und im Grand Hotel vorbestellen, auch im Café Median kann man frühstücken oder eben einfach etwas essen und trinken gehen. Mittag, Kaffee und Abendbrot geht dort ebenso und darüber hinaus in den erwähnten Restaurants. Meer Fun hat eine wunderbare Gästemappe zusammengestellt, in der man alles findet, was man mal benötigen könnte und besonders gefreut hat es mich, dass auch die Gästeführungen darin aufgeführt sind.

Wir wären normalerweise zu Abend im Herzoglichen Wartesaal essen gegangen, aber der hat dienstags geschlossen. Das Jagdhaus und KOSI’s sind klare Empfehlungen, aber beides entsprach gerade nicht unseren Vorstellungen und Kinder lieben nun mal Pommes mit Ketchup oder Spaghetti mit Tomatensoße. Die Gastronomie im Grand Hotel entsprach nicht unserem Budget. 

Heiligendamm ist nicht ganz billig – das sollte man wissen, wenn man sein letztes Geld für Urlaub in Arkadien zusammenkratzt. Für uns ist jetzt auch erst einmal Sparen angesagt.

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