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Neue Moorbad-Pläne?

Ein Schild verweist Interessenten für die Moorbad-Ruine an die VDL-Immobilien-Consult GmbH. Das Unternehmen aus dem brandenburgischen Kleinbeuthen mit Büros in Berlin und Leipzig zeigt in den Referenzen viele sanierte und neu gebaute Immobilien. Bei den Premium-Objekten findet sich das „Top-Gewerbegrundstück im Herzen von Bad Doberan“. Der Kaufpreis für die ca. 20.800 qm beträgt jetzt 750.000 Euro, Ende 2014 lag er noch bei 890.000 Euro. Unverändert sind die durchaus marktüblichen 7,14% Provision inkl. Mwst.. Während im Vorjahr das Grundstück im Mittelpunkt des Fotomaterials im Exposé stand, sind nun die Ruine, Nebenbauten und auch die Altlasten zu sehen. Das Grundstück wird als attraktiv und in exponierter Lage eingestuft und als das „sicherlich sensibelste und historisch wertvollste im Stadtgebiet“ bezeichnet. Man erfährt, dass der Flächennutzungsplan eine Mischnutzung vorsieht, in dessen Mittelpunkt das „neue historische und moderne Glanzstück des alten und neuen Moorbades als Kur- und Wellnesshotel liegen soll.“ Während im Dezember noch vom fehlenden B-Plan die Rede war, fehlt dieser Passus inzwischen. Jetzt heißt es, ursprünglich sei ein Wellnesshotel mit 131 Komfortzimmern, Suiten und 60 Stellplätzen geplant und 2007 genehmigt worden und es gäbe neue Pläne, die daran anknüpfen, aber ein Kurhotel vorsehen. Im Exposé liest es sich so, dass die Stadtverwaltung eine Förderung bei der Errichtung von Institutionen des Gesundheitswesens, Klinken, Thermen, Kultur, Fitness und Tourismus signalisiert habe und die Pläne angepasst wurden. Trotzdem wird klar, dass der Käufer auch die vorherige Planung nutzen kann. Ein „professioneller Projektentwickler sowie erfahrene Architekten in der Schaffung von 4- 5 Sterne-Hotels und ein ausgewiesener Betreiber von 3-5 Sterne-Hotels“ stünden zur Verfügung. In der Münsterstadt mag man all das nicht glauben. Eigentlich sollte das Moorbad längst versteigert sein, aber ein Formfehler führt zu Verzögerungen. Aktuell gibt es die Meldung, dass die stadteigene Wohnungsgesellschaft für den Kauf bereit stünde. Die WIG hat zwar beim Gewinn die Millionenmarke geknackt, aber mit dem Kauf allein wäre das Moorbad nicht gerettet und sie soll auch den Marstall entwickeln. Eine städtische Kureinrichtung wäre ein Novum, aber das Rathaus scheint auf einen Investor zu hoffen und wenn dessen Plan gefällt und Forstamt und Denkmalschutz einverstanden sind, würde man einen Bebauungsplan aufstellen. In Bad Bevensen geht man seit Jahrzehnten einen anderen Weg: Landkreis und Stadt betreiben zusammen über eine Kurgesellschaft u. a. die Jod-Sole-Therme, für die das Heilbad bekannt ist. Für Bad Doberan allein mag das Moorbad zu groß sein, aber gemeinsam mit dem Landkreis wäre man stark für etwas Neues.

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