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Ostseepark-Erweiterung bereitet Händlern Kopfschmerzen

Der Ostseepark am Rande der Hansestadt Rostock wächst bis Dezember um 2.900 auf 60.000 qm an. Täglich gehen rund 18.000 Kunden im größten Einkaufszentrum des Landkreises einkaufen, 18 neue Geschäfte entstehen in der aktuellen Erweiterungsphase. In Bad Doberan betrachtet man diese Expansion argwöhnisch, die Händler fordern von der Stadt Gegenmaßnahmen. Wieder muss das Parkraumbewirtschaftungskonzept als Sündenbock her halten. Nicht ganz zu Unrecht, denn wer in Bad Doberan einkaufen will, kann selten direkt an den Geschäften parken und so gut wie nie kostenlos. Das ist ein Manko, das aber viele Innenstädte haben und über Tiefgaragen auch nicht erfolgreich auflösen können, deren Innenstadtgewerbe aber trotzdem gut läuft. Denn was gern vergessen wird: Die Nachfrage bestimmt das Angebot und die Nachfrage nach günstigen Elektroartikeln, einem breiten Verbraucher-Sortiment, abwechslungsreichen Modepaletten und speziellen Produkten und Dienstleistungen wird in Bad Doberan nicht ausreichend beantwortet oder nicht genug beworben. Die Händler haben ihr Sortiment sehr auf die Touristen zugeschnitten und berücksichtigen zu wenig die Einwohner. Wie ein Teufelskreis wirkt da das Phänomen, Dinge nicht anzubieten, weil man glaubt, es gäbe dafür keine Nachfrage. In einer Region, wo jede Stadt ihr eigenes Ding macht, müssen die Bad Doberaner Händler auch einmal mutig sein und probieren, ob die Kundschaft in der Stadt bleibt, wenn man die Nachfrage hier beantwortet, für die der Kunde derzeit nach Sievershagen fährt. Wenn es nicht so ist, muss man flexibel sein und dem Kunden folgen – eine Zweigstelle in Sievershagen eröffnen, dort für das volle Angebot in der Münsterstadt werben oder gemeinsam als Einkaufsstadt mit einem Centermanagement agieren und das Erfolgsrezept „Mall“ nachmachen. Denn das ist sicher: Die einzige Antwort Bad Doberans auf den großen Ostseepark wäre ein noch größerer und besserer eigener Park. Einen Park hätte Bad Doberan nach 1990 haben und vielleicht den Ostseepark verhindern können. Das wollten aber die Händler nicht und so entstand dann das, was ihnen heute auf die Füße fällt.

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