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Reich durch Scheich: Was die Nr. 1 von der Nr. 2 lernen kann.

Die Flüchtlingskrise ist ein großes Thema im Lande. Unser Land hat im Vorjahr 23.080 von ihnen aufgenommen. Um ihre Integration gibt es Diskussionen. Das trägt nicht gerade dazu bei, dass sich „Ausländer“ im Nordosten sicher und wohl fühlen.

Dabei könnten wir als Tourismusland durchaus internationale Gäste gebrauchen und haben mit unseren Kreuzfahrtterminals und der Lage zwischen den Metropolen Berlin, Kopenhagen und Hamburg auch die Voraussetzungen dazu.

Gerade Araber entdecken derzeit Deutschland und sind von allem fasziniert, was sie nicht haben: Gebirge, Seen und viel intakte Natur. Lange bevor ein Scheich mit einem Picknick im Sauerland für Aufsehen sorgte, kaufte der Sultan von Oman eine Alm in Garmisch-Partenkirchen. Das war 1974 und seither kamen immer mehr Araber in das bayrische Städtchen mit seinen 26.821 Einwohnern.

Heute reihen sich dort Stores von Swarowski, Mexx, Esprit, Lacoste, Camp David, Betty Barclay und Jack Wolfskin aneinander. Es gibt mehrere Juweliers, Schmuck- und Sportgeschäfte und verschiedenste Gaststätten. Die Speisekarten und Werbetafeln sind auf Deutsch und Arabisch und die Burka gehört genauso zum Straßenbild, wie die Luxus-Limousine und der Super-Sportwagen.

Viele profitieren vom Wohlstand der Gäste und hier gibt es keine Integrationsprobleme: Beim Optiker bedienen Frauen die Araberinnen, sodass diese bei der Brillenanprobe unverhüllt sein können, ohne ihre Religion zu verletzen. Auch wird Schweinefleisch kenntlich gemacht und gibt es extra importierte Original-Gerichte. Gästeführungen werden auch auf Arabisch angeboten und selbst das Umland profitiert von diesem Boom, denn die gut betuchten Gäste besuchen Kureinrichtungen und Spezialkliniken. In 2015 brachten es die arabischen Touristen auf 53.000 Übernachtungen und überholten damit sogar die USA mit 49.000 und Großbritannien mit 38.600 Übernachtungen. Nur die Chinesen könnten das demnächst toppen.

Zum Vergleich: Unser Land hatte in 2014 erstmals eine Million Übernachtungen durch alle ausländischen Gäste zusammen. Da ist noch viel Luft nach oben, denn MV hat Meer zu bieten. Leider sind wir in der Wertschöpfung des Tourismus auch als Nummer 1 nicht so erfolgreich, wie Bayern.

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