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Stadt darf letztes Hemd in Heiligendamm nicht weggeben.

Als Bad Doberans Bürgermeister, Thorsten Semrau, Ende Juli mit seinem Stellvertreter Norbert Sass durch Heiligendamm ging, merkten beide sofort, was dem Seeheilbad fehlt: Eine kleine Flaniermeile mit Geschäften. Statt dieser seien „nur ein Eiscafé und ein Italiener“ entstanden. Mehr lässt der vom Rathaus erstellte Bebauungsplan an der Promenade auch nicht zu. Die Stadt hat jedoch noch ein Grundstück, welches zu Recht als „Filetstück“ gilt: Neben dem Golfteich an der Seedeichstraße, also in bester Lage. Der B-Plan 25 sieht dort eine Strandversorgung vor, was im Prinzip alles sein kann, außer ein Parkplatz. Der vorhandene Schotterparkplatz ist im B-Plan nicht zu finden, soll auch nicht bleiben.

Nun läge es auf der Hand, dieses letzte städtische Grundstück in Top-Lage zu nutzen, um dort ein Strandversorgungszentrum zu bauen. Heiligendamm braucht kleine Läden, in denen es Souvenirs, Badesachen und Strandartikel gibt und wenigstens ein paar Automaten, an denen man Bargeld holen und wechseln und Briefmarken kaufen kann. Für einen kleinen Imbiss und kleine „Außer-Haus-Verkäufe“ für Eis und Fischbrötchen wäre auch Platz. Es muss einen Außenbereich mit teilweiser Überdachung geben, damit die Gäste bei Regen nicht aus dem Ort flüchten. Anderswo hat man das elegant mit Arkaden und Kolonnaden gelöst, an die sich eine Außenterrasse anschließt. Auch Fahrradständer sind ein Muss und ein paar Spielgeräte sind eine gute Idee aber prinzipiell eignet sich der Strand besser für einen Spielplatz.

Bauen und verwalten könnte das Ganze die stadteigene WIG, die dadurch auch Einfluss auf den Branchenmix und die Öffnungszeiten hätte und der damit langfristige Einnahmen aus Verpachtung oder Vermietung sicher wären, was ganz im Sinne der Doppelten Haushaltsführung (DoppiK) wäre, die schließlich die Investitionen refinanziert sehen will. Die Stadt kann sich nicht allein durch Einsparungen retten – sie muss ihre Einnahmen erhöhen. Das letzte Grundstück in der ersten Reihe würde so in der Hand der Stadt bleiben und zukünftige Generationen wären in der Lage, auf neue Erfordernisse zu reagieren. Wer weiß heute schon, was morgen für den Seeheilbadstatus wichtig sein wird? Die Stadt könnte auf ihrer eigenen Fläche flexibel auf neue Anforderungen reagieren.

Aktuell möchte sie aber nur einen festen Imbiss, eine Toilette und einen Spielplatz dort errichten lassen und das Grundstück dafür vererbpachten – also weg geben. Das bietet ihr keinerlei Sicherheit auf langfristige Einnahmen und garantiert nicht langfristig den gewünschten Angebotsmix. Dieses kann die Stadt nur sicherstellen, wenn sie selbst als Verpächter auftritt und investiert. So lassen sich nachhaltig Investitionen und kontinuierliche Einnahmen verbinden. Das Grundstück bietet Wertstabilität und sichert Bad Doberan die Einflussnahme auf eine sichere Strandversorgung an einem attraktiven Standort. Noch kann sie die Pläne aufgeben und den Planer entschädigen. Es ist noch nicht zu spät.

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