Eure Hilfe wird weiter gebraucht!

Tag zehn nach den ersten Lockerungen seit dem Corona-Shutdown. Die Geschäfte sind größtenteils wieder geöffnet. Zwar sind die Inhaber froh darüber, wieder Geld verdienen zu dürfen, aber Geld verdienen sie trotzdem viel zu wenig.

Zum einen fehlen die Touristen, die in den meisten Geschäften mehr als die Hälfte des Umsatzes im Jahr bringen. Zum anderen bleiben aber auch die Einheimischen fern. Es macht einfach keinen Spaß, bummeln zu gehen. Vor jedem Geschäft heißt es „Maske auf“ und vor manchen sogar Warten, bis der Vordermann raus kommt. Wenn Mann und Kind draußen warten, ist das schöne Gefühl beim Stöbern weg.

Die Ladeninhaber haben es trotz geöffneter Türen sehr schwer. Wenn alles gut läuft, kriegen sie dieses Jahr noch ihre laufenden Ausgaben wieder rein. Daran glaubt allerdings kaum einer und wer jetzt noch einen Hilfskredit aufnehmen musste, um über die Runden zu kommen, der hat in den nächsten Jahren auch noch zusätzliche Ausgaben zu stemmen. Dabei weiß keiner, ob und wann es jemals wieder so sein wird, wie vor Corona. Die einen nennen die staatlichen Hilfen „Tod auf Raten“ und die anderen sagen, die Insolvenz wird damit um ein Jahr verschoben. Zeit kann man nicht kaufen.

Nicht anders geht es den Bäckereien. Nach dem anrührenden Youtube-Video von Bäcker Bosselmann aus Hannover war das Mitleid groß mit den Bäckereien. Sie mussten nicht schließen, aber zum Bäcker gehen ist heute mehr, als mal eben Brot holen. Bäckereien sind Cafés – da trifft man sich, um sich bei Kaffee und Kuchen oder einem Imbiss zu unterhalten. Die Schüler zum Frühstück, die Arbeiter zum Mittag, die Omas und Opas zur Kaffeezeit und die Geschäftsleute zur Feierabendzeit.

Kuchen aussuchen geht nach wie vor, aber man schaut schon genauer hin, ob man das auch getragen kriegt und ob das überhaupt eine Chance hat, heil zuhause anzukommen. Das obligatorische Heißgetränk fällt weg, denn man hat nur zwei Hände.

So kommen weniger Leute in die Bäckereien und es wird weniger gekauft. Manch einer bleibt auch draußen, weil er sich nicht erst eine Maske aufsetzen will. Den Fleischern geht es kaum anders. Viele von ihnen bieten auch einen Imbiss an und profitieren davon, dass Leute sich niederlassen, etwas essen und dazu etwas trinken. Weniger Leute kommen, weniger nehmen einen Imbiss mit und die meisten verzichten auf ein Getränk. „Wir haben ja zuhause was zum Trinken“ heißt es gegenüber dem Nachwuchs.

Die Gastronomen trifft es noch mehr. Hier gibt es in der Praxis keinen Tresenverkauf. Man kann zwar vor Ort bestellen, aber dann muss man warten, bis das Essen fertig ist. Schon die Bestellung ist ein Hindernis. Der „Pizzaservice“ war immer der Retter in der Not, aber nicht die Regel. Eher ging man zum nächsten Imbiss, um sich etwas zu holen.

Das ist auch jetzt so: Die Imbisse sind geöffnet und da gibt es das Essen heiß auf die Hand. Man darf es zwar nicht vor Ort verspeisen, aber das ist bei Döner, Hamburger & Co. ja kein Problem. Salat, Fisch und Fleischgerichte hingegen essen sich nicht gut to go. Manch einer fürchtet, das Essen könnte kalt ankommen oder das eine nach dem anderen schmecken und sieht darum von Lieferdiensten ab. Viele Gäste kommen wegen der Gaststätte in die Gaststätte. Sie lieben das Ambiente, mögen den Service und das Essen rundet das Ganze ab. Das Essen zuhause zu verspeisen, ist nicht dasselbe und darum haben gerade die Kult-Gaststätten es schwer, den beliebten Weg umzukehren.

Auch Kleinvieh macht Mist: Wenn jemand Essen bestellt, dann meistens ohne Getränke. Da fehlen bei der Lieferung mindestens zwei Getränke pro Person und oft auch das Dessert.

„Darf es noch etwas sein?“ funktioniert außer Haus nicht. Außerdem ist der Aufwand für den Gastronom größer, denn er muss das Essen gut verpacken und ausliefern oder jemanden bezahlen, der es ausliefert. Der kostet mindestens 165 Euro im Monat. Setzt der Gastronom die Lieferkosten höher an, schreckt dies hungrige Interessenten ab. Auch der Koch hat es schwerer, denn unsichtbare Gäste sind nicht einzuschätzen.

Sowohl Gastronomen als auch Fleischer und Bäcker leiden sehr darunter, dass keine Veranstaltungen und auch keine privaten Feiern stattfinden dürfen. Das Catering ist eines der Hauptstandbeine vieler Gastronomiebetriebe und fast aller Fleischereien und Bäckereien. Bis Ende August lässt sich hier so gut wie nichts verdienen, denn die Saison ist gelaufen, noch bevor sie beginnt.

 

Was können wir tun?

Die Geschäfte unterstützt man am besten, indem man dort einkauft, statt alles online zu bestellen. Um Amazon und eBay und auch um Otto, Conrad & Co. müssen wir uns keine Sorgen machen. Die profitieren noch von #stayhome. Unsere kleinen Geschäfte sind es, denen das Geld fehlt. Manche haben auch Onlineshops oder Lieferservices, sodass man das Haus nicht verlassen muss. Das ist genauso bequem, wie bei Amazon und die Rückgabe sogar noch einfacher.  

Wenn wir sowieso lieber zuhause bleiben, können wir die Lieferdienste nutzen, auch wenn es ein wenig umständlicher ist. Immerhin kommt so das Essen direkt zu uns nach Hause. Es gibt auch Salate und vegetarische Gerichte. Auch abwechslungsreiches und gesundes Essen ist möglich.

Jeder Gastronom hat eine Speisekarte online. Die Kantinen und Bistros haben sogar Wochenkarten mit Tagesangeboten. Bei großen Portionen Hausmannskost ab 4 Euro kann man den einen oder anderen Tag in der Woche zu einer kulinarischen Besonderheit machen und den eigenen Herd aus lassen. Wer sowieso mal raus muss, kann das Essen holen gehen.

Selbst Catering können wir unterstützen. Wo viele Mitarbeiter sind, lohnt sich die Lieferung. KOSIs in Heiligendamm liefert explizit an Firmen und was dort auf den Tisch kommt, ist nicht 08/15-Kost.

Die Liste der Lieferdienste in Bad Doberan gibt es unter https://erstes-seebad.de/wirliefern

 

Wer die Gaststätte lieber des schönen Ambientes wegen aufsucht, der kann trotzdem jetzt schon sein Lieblingslokal unterstützen, indem er einen Gutschein kauft. Dann ist das Geld schon mal da – die Leistung folgt später.

Das geht überall: Verschenkt statt wieder mal des einfallslosen Amazon-Gutscheines doch Gutscheine für einen Besuch beim Frisör, der Kosmetikern, der Physiotherapie, dem Fitnessstudio oder dem persönlichen Coach von nebenan. Oder eben von Läden, Cafés und Gaststätten, der Sommerrodelbahn, dem Fahrradfachgeschäft, dem Bastelladen und was euch sonst noch so einfällt.

Gutscheine eignen sich auch gut als Geschenke, denn sie lassen sich mit der Post zu den Lieben und Geschätzten verschicken, die wir gerade nicht persönlich treffen dürfen.

Mehr Infos zu Gutscheinen: Ihr Lieblingsgeschäft unterstützen mit Gutscheinen von KOPF ÜBER WASSER

Ihr seht: Unterstützen ist gar nicht schwer!

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