Der Strandführer: Zugänge, Abschnitte, Wachtürme, Kurtaxe, Qualität am Strand von Heiligendamm

Informationen für Strandbesucher

Kriege ich am Strand auch was zu essen? Gibt es Toiletten in der Nähe? Wie geht das mit der Kurtaxe und den Strandkörben? Kann ich auch surfen, kiten oder paddeln? Gibt es einen FKK-Strand? Wo kann ich Beach-Volleyball spielen? Gibt es einen Spielplatz für Kinder? Hat Heiligendamm eine Einkaufsmeile? Gibt es eine Seebrücke? Wie ist die Wasserqualität, gibt es Algen oder Quallen? Gibt es Bernstein in Heiligendamm? Was sind Vibrionen und was hat es mit dem Petermännchen auf sich? Warum gibt es Pfahlreihen im Wasser? Kann mir die Steilküste auf den Kopf fallen? Hier gibt es Antworten aus diese und viele weitere Fragen.

 

Infrastruktur:
Strandversorgung, Toiletten, Spielplätze, Bummelmeile

Essen und Trinken

Für die Versorgung mit Essen und Trinken am Strand gibt es an der Seedeichstraße eine Strandversorgung mit drei gastronomischen Einrichtungen. In der Espressobar werden verschiedene Kaffeespezialitäten und Softeis angeboten, die Wurstbraterei bietet klassische Imbissgerichte, wie Pommes, Kartoffelsalat und verschiedene Würste und die Fischbox typische Fischimbiss-Gerichte.

Im Linden-Palais gibt es das Schwanencafé mit einer riesigen Auswahl an Kuchen und Torten, Kaffeespezialitäten, sowie Eis, Fischbrötchen und warme und kalte Speisen.

Im Haus „Bischofsstab“ an der Promenade laden ein Eiscafé und ein gehobenes italienisches Ristorante zum Verweilen ein. Das Eiscafé „Coco Eismilchbar“ bietet Eisbecher, Waffeln, Kuchen, Torten, Kaffee, Tee und Shakes auf der Terrasse direkt an der Strandpromenade oder im Café selbst an sowie Eiswaffeln und Eisbecher zum Mitnehmen.

Im Grand Hotel gibt es ein reichhaltiges gastronomisches Angebot mit Bar, Restaurants, Sushi-Bar und Gourmet-Restaurant. Vom Salat bis zum Vier-Gänge-Menü und vom Kuchen bis zum Champagner wird hier alles geboten. Am Strand des Grand Hotels steht darüber hinaus im Sommer die Strandbar und an der Seedeichstraße ein Eisauto.

Auch die Strandkorbvermietung bietet ein paar Snacks an. Am Kinderstrand versorgt das DECK die Strandbesucher mit Pommes, Wurst, Burger, Suppen, Salaten, Kaffee und Kuchen, Snacks und jeder Menge Getränke.

 

Toiletten

Toilettenhäuschen gibt es an den Strandzugängen A „Kinderstrand) und 3 „Prof.-Dr. Samuel Gottlieb Vogel“. Dixi-Toiletten stehen auch am Saisonparkplatz (Strandzugang 5 – Felix Mendelssohn Bartholdy). Von den Strandzugängen 1 und 2 sind es 400 bzw. 170 Meter bis zu den Toiletten und vom Strandzugang 4 sind es 230 Meter bis zum Toilettenhaus oder 150 Meter bis zum Dixi. Wer eine schwache Blase oder Verdauungsprobleme hat, sollte den Strandzugang 3 benutzen – hier ist der Weg zur Toilette am Kürzesten.  

 

Behindertengerechter Strand

Direkt an der Promenade gibt es einen behindertengerechten Strandzugang (Nr. 2). Es besteht die Möglichkeit, sich einen Strandrollstuhl auszuleihen und damit über die Rampe und auf dem Strand ausgelegte Matten bis zum Wasser zu fahren und an Haltestangen in die Ostsee zu gehen. Direkt ins Wasser fahren ist möglich, aber durch die Luftreifen treibt der Rollstuhl etwas nach oben. Der Strandrolli kann kostenlos am blauen Wachturm ausgeliehen werden. Telefonisch erreichen Sie die Wasserwacht unter 038203-750121.

 

Seebrücke und Promenade

Vor dem Grand Hotel Heiligendamm führt eine Seebrücke ins Wasser. Sie verfügt über mehrere Sitznischen und eine Plattform mit Fernglas. Die Seebrücke ist in der Dunkelheit beleuchtet. Nachts und in der Nebensaison dürfen Angler sie zum Angeln benutzen. Für das Anlegen von Schiffen ist die Seebrücke nicht vorgesehen. Dafür aber für kulturelle Events, wie den Seebrückengottesdienst.

An der der Düne zwischen dem Strandzugang 2 und dem Grand Hotel Heiligendamm gibt es eine Promenade mit Bänken, auf denen Sie den Seeblick genießen können. Entlang der Promenade reihen sich historische Logiervillen, teilweise rekonstruiert und teilweise in Rekonstruktion befindlich. In ihnen befinden sich Eigentumswohnungen.

Es gibt ein Eiscafé mit Außer-Haus-Verkauf, ein gehobenes italienisches Restaurant, eine Kite- und Surfschule und einen Treffpunkt für öffentliche Gästeführungen.

Weitere Angebote wie Geschäfte gibt es nicht. Als erstes deutsches Seebad standen in Heiligendamm die Erholung und später Kur sowie das Vergnügen für den Adel und die High Society im Vordergrund. Es gibt Pläne für mehr Einkaufsmöglichkeiten, aber Heiligendamm wird immer ein Refugium bleiben.

Die Promenade mündet auf dem Seebrückenplatz. Von hier aus geht es auf die Seebrücke, an den Strand und zum Grand Hotel. Die Promenade ist in der Dunkelheit beleuchtet. Die Promenade und Seebrücke sind mit dem Rollstuhl befahrbar.

 


Angebote:
Strandkörbe, Sportstrand, Kite, SUP, Eisbaden

 

Strandkörbe und Strandliegen

Außer auf dem Handtuch können Sie es sich auch bequem im Strandkorb gemütlich machen. Es gibt einen Strandkorbverleih am Hauptabschnitt und eine Ausleihe am DECK Heiligendamm am Kinderstrand. Das Grand Hotel stellt ebenfalls Strandkörbe für Hotelgäste zur Verfügung. Bitte beachten Sie: Nur weil ein Strandkorb offen steht heißt das nicht, dass Sie sich da einfach hinein setzen dürfen.

Strandkorbvermietung Friesecke (Strandzugang 3): Telefon 0157-81880850
Strandkorbvermietung über das DECK (Strandzugang A): 038203-63107
Strandkorbvermietung im Grand Hotel (Rezeption): 038203-7400

 

Kiten Surfen, Foilen, Windsurfen,  Stand Up Paddeln

Direkt an der Promenade befindet sich die Surf- und Kiteschule Heiligendamm. Hier werden Kiten, Surfen, Windsurfen und Stand Up Paddling angeboten, Wer es noch nicht kann, der kann es auch erst einmal lernen.

Weiterhin gibt es am DECK Heiligendamm den SUP-Verleih SUP-Onkel, der auch Kurse anbietet und SUP-Boards verkauft.

VDWS Surf- und Kiteschule Heiligendamm: https://kiteschule-heiligendamm.de/
SUP-Onkel am deck BeachClub & Restaurant: https://www.sup-onkel.de/

 

Eisbaden

Im ältesten deutschen Seebad kann man immer baden – auch im Winter. Da das aber nicht jeder kann und man auch nicht einfach so ins eiskalte Nass springen sollte, gibt es eine fachliche Begleitung. Der MEDIAN-Chefarzt Dr. Stefan Hummel ist als Mitglied der „Heiligendammer Seepferdchen“ ein überzeugter Winterschwimmer und führt interessierte Patienten der Median-Klinik an das Baden im kalten Wasser heran. Wer sich überwindet, bekommt ein Zertifikat und daheim jede Menge Bewunderung.

Die Seepferdchen treffen sich ab Oktober immer am Dienstag und Donnerstag um 15:45 Uhr am Strandzugang 4 zum Baden. Sprechen Sie sie einfach an oder fragen Sie beim Verein oder der Median-Klinik nach genauen Informationen

MEDIAN-Klinik Heiligendamm: https://www.median-kliniken.de/de/median-klinik-heiligendamm/
Seepferdchen Heiligendamm: http://www.seepferdchen-heiligendamm.de/

 


Service:
Wasserwacht, Kurtaxe, Strandreinigung

 

Bewachter Badestrand

Die Strandabschnitte 1, 2, 3, 4, 5 und 6 werden von der DRK Wasserwacht mit vier Wachstationen bewacht. Die ausgebildeten meist ehrenamtlichen Rettungsschwimmer sind während der Saison von Mai bis Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr auf ihren Posten.

Bitte beachten Sie die Fahnen an den Wachtürmen. Nur wenn die Fahne der Wasserwacht mit dem roten Kreuz zusammen mit der rot-gelben Fahne gehisst ist, bewachen Retter den Strandabschnitt. Die Wasserwacht-Fahne hängt normalerweise nicht allein, aber wenn, dann ist der Turm nicht besetzt.

Achten Sie unbedingt auf das Dreieck unterhalb der Fahnen. Wenn es leer ist, können Sie bedenkenlos baden. Ist dort eine gelbe Fahne gehisst, ist das Baden und Schwimmen gefährlich. Das kann wegen ungünstiger Strömung, stärkerem Wind oder Quallen und Algen der Fall sein. Nichtschwimmer und Kinder sollten in dem Fall das Wasser meiden. Ist die rote Fahne gehisst, gilt für alle absolutes Badeverbot. Wer es dennoch versucht, wird von der Wasserwacht per Lautsprecher ermahnt oder aus dem Wasser geholt.

Der Wasserrettungsdienst ist unter 01522-5344966 zu erreichen, die Feuerwehr und der Krankenwagen unter 112 und die Polizei unter 110. Die Touristinfo erreichen Sie unter 038203-62154.

Wasserwacht Bad Doberan: https://www.wasserwacht-baddoberan.de/seebad-heiligendamm/

 

Kurtaxe

Das Betreten der Promenade zieht noch keine Pflicht zur Zahlung der Kurtaxe nach sich. Auch für einen Strandspaziergang muss keine Kurtaxe bezahlt werden. Wer seine Sachen auf ein Handtuch legt, baden geht, sich abtrocknet und den Strand wieder verlässt, ist auch nicht kurtaxpflichtig, Wer sich aber auf dem Handtuch niederlässt, um sich zu sonnen oder ein Buch zu lesen oder wer seine Strandmuschel aufbaut, der muss Kurtaxe bezahlen. Die Strandabschnitte A und B sind kurtaxfrei.

Dafür gibt es an den Strandzugängen Kurtaxautomaten, in denen passend Kleingeld eingeworfen und ein Schein gezogen wird. Mit diesem kann man gegenüber dem Strandvogt belegen, dass man seine Kurtaxe bezahlt hat. Im Zweifelsfall kann man die Strandvögte vorher fragen, ob Kurtaxe zu entrichten ist. Auch die Tourist-Information kann unter 038203 – 62154 Auskunft geben.

Die Kurtaxeinnahmen werden von der Stadt Bad Doberan zur Strandreinigung, der Unterhaltung des Strandes, der Promenade und des Ortsbildes und den jährlichen Stranderneuerungen eingesetzt. Auch die Touristinformation im Rathaus und im Molli-Bahnhof wird davon finanziert und die kostenlosen wöchentlichen Kurkonzerte auf dem Kamp bezahlt. Mit der Kurkarte Bad Doberan-Heiligendamm, die Sie als Gast von Hotels, Pensionen und Rehakliniken bekommen, brauchen Sie am Strand von Heiligendamm nicht extra Kurtaxe bezahlen und bekommen Vergünstigungen und Rabatte, z. B. bei Stadtführungen und Museums-Besuchen.

Weitere Infos: https://erstes-seebad.de/wo-und-wie-viel-muss-ich-in-heiligendamm-kurtaxe-bezahlen/

 


Strand:
Eigenschaften: Beschaffenheit, Sauberkeit

 

Beschaffenheit des Strandes

Unterhalb der Steilküste gibt es grundsätzlich Sandstrand, aber der Seesand ist stellenweise mit Steinen durchsetzt.

Feiner weißer Sandstrand erwartet Sie dort, wo die Steilküste zu Ende ist bis hin zur Jemnitzschleuse am östlichen Ortsausgang von Heiligendamm. Hier ist der Strand bis zu 30 Meter breit. Das ist eine angenehme Breite, um auch von den hinteren Reihen zum Wasser zu kommen. Vor der Düne befinden sich grundsätzlich Steine zum Schutz des Deichfußes.

Vor der festen Promenade ist es ein Teppich aus eher kleinen Steinen, entlang der Dünenpromenade liegt ein richtiges Packwerk aus großen Steinen. Die sind praktisch, um sich mal hinzusetzen und die Schuhe anzuziehen, ansonsten ist ein Besteigen strikt verboten. Im östlichen Strandbereich ist es manchmal schwer, Steine zum Beschweren der Strandmuschel zu finden.

Der Strand sieht nie gleich aus. Mal bilden sich Strandseen, mal eine klare Kante an der Brandung, mal liegen Algen am Strand und mal Steine, mal ist der Strand breit, mal schmal und hin und wieder auch ganz weg.

Der große Pluspunkt ist, dass der Seesand hier fein wie Quarzsand und trocken wie Salz ist. Man liegt also nicht auf Schlick, auch nicht auf Gras oder auf Steinen, sondern auf eben diesem Traumstrand, den man vom Fernsehen her kennt.

Die dominierende Doppel-Villa „Großfürstin Marie – Perle“

Die Einzigartigkeit besteht in Heiligendamm darin, dass zwischen Strand und Strandpromenade nur eine flache Düne liegt. Erst hinter dem Haus „Bischofsstab“ geht die Düne in einen Deich über.

Aber auch das ist kein klassischer Deich, wie man ihn von der Nordsee kennt, sondern eine Kombination aus Düne und Deich, ergänzt mit Packwerk am Fuß der Düne und einer Flutschutzmauer auf der Deichkrone.

 

Sauberkeit des Strandes

Der Strand in Heiligendamm wird regelmäßig geharkt und gereinigt. Zwischen den Arbeiten kann es durch Überschwemmungen aber mal zu Algenablagerungen oder Bildung von Strandseen kommen. In der Nebensaison von Oktober bis Mai wird der Strand sich selbst überlassen und im Frühjahr werden die gebildeten Dünen plattgeschoben und eventuell nötige Sandaufspülungen vorgenommen.

Sie sehen hier einige Fotos aus der Nebensaison, damit keine Menschen mit abgebildet werden. Da der Heiligendammer Strand nicht so groß und nicht so stark frequentiert ist, bleibt auch weniger liegen.

Die Strandvögte passen auf und viele Einheimische sammeln bei ihren Spaziergängen oder auch ganz gezielt Müll vom Strand und werfen ihn in die Mülltonnen. Es gibt Gäste, die sagen, der Strand ist außergewöhnlich sauber. Um das weiter zu optimieren, gibt es seit einem Jahr auch Strandaschenbecher, die man sich am Zugang ausleihen, beim Verlassen leeren und zurück geben kann.

 


Wasser:
Wasserqualität, Wassertemperatur, Wassertiefe, Gezeiten, Strömungen

 

Badewasserqualität

Die Badewasserqualität wird fortlaufend untersucht. Die Blaue Flagge bescheinigt eine ausgezeichnete Qualität des Badewassers in Heiligendamm. Trotzdem gibt es auch während der Badesaison stichprobenartige Untersuchungen, um Veränderungen im Badewasser schnell feststellen zu können. Eine ständig aktuelle Übersicht der Badewasser-Qualität in Heiligendamm finden Sie hier:

Kinderstrand (Nr. 253) auf regierung-mv.de
Hauptstrand (Nr. 241) auf regierung-mv.de

Sie können sich auch beim Gesundheitsamt Bad Doberan informieren: Tel. 03843/755-53220

Eine ausgezeichnete Badewasserqualität heißt aber nicht, dass Sie das Ostseewasser trinken können. Erstens ist es salzig und verursacht dadurch einen Flüssigkeitsmangel und mitunter auch Durchfall und Erbrechen und zweitens enthält es Bakterien und Kleinstlebewesen, die Sie zwar nicht sehen und schmecken können, die Ihnen aber gesundheitliche Probleme bereiten können. Weisen Sie bitte Ihre Kinder darauf hin.

 

Wassertemperatur

Vor Ort misst eine Wetterstation auf der Seebrücke die Wassertemperatur. Sie kann an der Anzeigetafel an der Promenade abgelesen werden. Außerdem werden Lufttemperatur, Luftdruck, Windstärke und natürlich die Uhrzeit angezeigt. Wenn Sie sich vor dem Strandbesuch über die Wassertemperatur informieren möchten, gibt wassertemperatur.org eine genaue Auskunft:

http://www.wassertemperatur.org/ostsee/heiligendamm/#AktuelleWassertemperatur

Bitte beachten Sie, dass die Messungen im tieferen Wasser erfolgen. Vorn an der Brandung ist es gut 3°C wärmer. 15°C sind also an der Brandung gern 18°C. Wobei auch 18°C sich für den Ungeübten wie die kalte Dusche mit 10°C anfühlen. Wenn das Wasser weit über 20°C ist, können sich Vibrionen bilden. Hohe Wassertemperaturen tragen auch zur Algenbildung bei und begünstigen das Anschwimmen von Quallen. Darum ist es gut, dass unsere Ostsee hier etwas kühler ist.

Auch an den Wachtürmen werden die aktuellen Wassertemperaturen vermerkt.

 

Wassertiefe und Strömungen

Man kann nicht pauschal sagen, wie tief das Wasser ist. Grundsätzlich geht es schräg ins Wasser, sodass man mit jedem Schritt tiefer ins Wasser geht. In der Regel kann man an den letzten Buhnen nicht mehr stehen, aber bei ablandigem Wind ist es doch immer wieder möglich.

Es gibt je nach Strömung eine Bildung von Sandbänken in Heiligendamm. Die Brandung ist manchmal sehr flach, sodass Kinder dort gefahrlos auf die ersten 10 Meter planschen können. An anderen Tagen wiederum ist sie so tief, dass Erwachsene sofort bis zu den Knien ins Wasser rutschen. Gehen Sie langsam ins Wasser und beachten Sie die Wellen, die gut einen halben Meter hoch werden können.

 

Ebbe und Flut, auflandig und ablandig

Da die Ostsee ein Binnengewässer ist, sind die Gezeiten hier nur insofern wahrnehmbar, dass das vor Stunden unweit der der Brandung ausgelegte Badetuch irgendwann unten nass ist. Ein Wattenmeer gibt es an der Ostsee nicht, Wattwanderungen dementsprechend auch nicht. Bei stark ablandigem Wind (aus südlicher Richtung) geht das Ostseewasser schon mal bis zur letzten Buhne zurück und bei stark auflandigem Wind von Norden reicht das Wasser bis an den Deich und spritzt der Schaum auf die Promenade.

Und dann gibt es noch den „Badewanneneffekt“: Bei starkem Westwind gibt es an der „Westsee“, wie die westliche Ostsee im Freibeuterjargon hieß Niedrigwasser. Dadurch strömt über das Kattegatt Wasser aus der Nordsee nach. Lässt der Wind nach, kommt das Wasser aus Osten zurück und überschwemmt zusammen mit dem nach geflossenen Wasser die Westküsten Deutschlands und Dänemarks. Das letzte Hochwasser dieser Art gab es im Dezember 2013.

 


Wetter:
Blitz-Sonnenbrand, Regen-Überraschung, Sturm-Spektakel

Regen-Überraschung

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An der Ostsee gibt es kein schlechtes Wetter. Nur falsche Kleidung. Den Schirm können Sie zuhause lassen. Nicht, weil es hier nicht regnet, sondern weil es hier bei Regen windig ist und Ihnen der Schirm sowieso kaputt geht. Es schadet nicht, sich ein faltbares Regencape oder eine wasserdichte Kopfbedeckung einzupacken. Vor allem aber sollten Sie auf die Wolken achten: Tropft es und es ist keine Wolke am Himmel, ist alles gut – nach drei Minuten ist es wieder vorbei. Tropft es und es sind dunkle Wolken am Himmel, haben Sie drei Minuten, um sich ins Trockene zu bringen, danach werden Sie mit größter Wahrscheinlichkeit unter einer Gießkanne stehen. Hier gibt es keine halben Sachen: Wenn es regnet, dann regnet es richtig.

Insgesamt haben wir aber erstens nach Rügen die meisten Sonnenstunden im Land und zweitens durch die Lage zwischen bewaldeten Hügeln die Situation, dass Wolken, die auf uns zu kommen, oft nach Süden abdriften oder sich zerteilen. Am Südrand Bad Doberans befindet sich eine Grenze, wo es auf der einen Seite regnen kann und auf der anderen nicht. Auch zwischen Bad Doberan und Heiligendamm befindet sich so eine Grenze. Schauen Sie darum in der Wetter-App genau den Ort an, zu dem Sie wollen. Im Selbsttest hat sich über Jahre Accuweather als sehr genau erwiesen. Es kommt selten vor, dass Sonne angesagt wird und es regnet – eher umgekehrt.

Blitz-Sonnenbrand

Außer Regen-Überraschungen gibt es auch Sonnen-Überraschungen. Die sind allerdings nicht so schön. Die Rede ist nämlich vom Sonnenbrand und den kriegen Sie hier schnell, weil das Meer und der Sand die Sonne gut reflektieren und der kühle Wind Sie nicht spüren lässt, dass Ihre Haut verbrennt. Darum müssen Sie vor dem Sonnenbad und dem Baden, aber auch vor dem Strandspaziergang Ihre unbedeckten Hautstellen mit Sonnenschutz eincremen. Übrigens: Das auf dem Bild ist nur ein Schatten.

Sturm-Spektakel

Zuletzt noch etwas zum Sturm. Dass man bei Sturm nicht baden darf, dürfte inzwischen jeder wissen. Dass man aber auch dem Wasser nicht zu nahe kommen sollte, wissen viele noch nicht. Eine Böe reicht, um ins Wasser geschubst zu werden.

Die Gischt wird aufgepeitscht und kann wortwörtlich ins Auge gehen. Da sie salzig und voller Bakterien ist, macht das nicht gerade Spaß.

Die Winterstürme können Stärken haben, gegen die Sie sich nur mit dem ganzen Körper stemmen können. Atmen ist dann nicht möglich. Gehen Sie seitwärts gegen den Sturm an, also mit der Schulter. Bleiben Sie breitbeinig, um bei einem stärkeren Windstoß nicht zurück- und bei einem Nachlassen nicht auf die Nase zu fallen.  Meiden Sie Bäume und Hauswände, wenn es stürmt. Suchen Sie sich Schutz: Gerade im Winter kann Regen durch Sturm zu Hagel werden und der ist im Sturm schmerzhaft.  

 

Die bedeutendsten Stürme in Heiligendamm waren 1304, 1872, 1945 und 1996. Auf das Jahr 1304 geht die Sage von der Entstehung des Heiligen Dammes zurück, nach der Sturmflut von 1872 verkaufte der Großherzog das beschädigte Bad, 1945 verlor Heiligendamm seine Seebrücke in Sturm und 1996 schaffte es die Ostsee das vorerst letzte Mal über den Deich, der daraufhin bis 2003 erhöht wurde. Aber auch die Sturmtiefs Sieglinde (2017), Benjamin und Zeetje (beide 2019) richteten große Schäden am Strand und dem Deich an.

 


Lebensraum:
Quallen, Algen, Fische, Vibrionen

Quallen, Algen und Vibrionen

Ein schmaler Algenteppich am Einstieg ist normal und ungefährlich. Algenextrakte werden auch in der Kosmetikindustrie genutzt und das schwarze, das die Sushirolle zusammenhält, ist auch Tang.  Man bezeichnet alles, was im Wasser wächst als „Seetang“ oder auch „Seegras“. Der Begriff „Algen“ ist ebenfalls richtig: Tang sind Makroalgen. Die grünen „Grashalme“ stören kaum.

Nicht so angenehm sind die braunen glitschigen Pflanzen. Wenn Sie hindurch waten, werden Sie das aber nicht bemerken, weil die Empfindung im Schienenbeinbereich nicht besonders ausgeprägt ist. Generell helfen Badeschuhe gegen alles, was nicht angenehm ist. Angst vor Quallen in den Algen brauchen Sie nicht zu haben: Wo Algen sind, halten sich Quallen nicht auf, es sei denn, sie sind dort verendet. Es gibt eine Art von Algen, die den Badespaß tatsächlich trüben können: Blaualgen reizen die Haut und können zu heftigen Reaktionen führen. Wenn Blaualgen festgestellt werden, wird der Strand gesperrt. Sie werden es also rechtzeitig bemerken.

Richtig dicke Algenteppiche gibt es meistens nur in der Nebensaison nach starken Stürmen. Kommt der Wind von der See, ist das Wasser naturgemäß kälter als bei Südwinden. Am Wärmsten ist das Wasser, wenn die See ruhig ist. Allerdings begünstigt das die Bildung von Algen oder die Vermehrung von Quallen.

Vor Quallen müssen Sie sich an der Ostsee auch nicht so fürchten, wie vor der Portugiesischen Galere im Mittelmeer. Die meisten Quallen in der Ostsee sind harmlose Ohrenquallen, erkennbar an ihren lilafarbenen Organen. Es gibt aber bei Westwind einen Zulauf an Feuerquallen, die vom Atlantik über den Ärmelkanal in die Nordsee und so auch in die Ostsee gelangen. Diese Quallen sind genauso schmerzhaft, wie Brennnesseln, aber auch genauso ungefährlich, sofern man keine ungünstigen Erkrankungen hat.

Wenn man mit den Tentakeln in Berührung kommt, hilft es, die Stellen mit Rasierschaum einzusprühen und dann mit einer Plastikkarte den Schaum wie beim Rasieren abzuziehen. Dadurch werden die Nesselzellen unschädlich gemacht und entfernt. Die Wasserwacht hat für solche Fälle die nötigen Hilfsmittel parat, aber eine Miniflasche Rasierschaum und eine alte Kundenkarte im Strandgepäck sind ein guter Begleiter. Vom Abreiben mit Seesand wird inzwischen eher abgeraten, denn das belastet die eh schon gereizte Haut zu stark. Vom Abwaschen mit Seewasser halten Fachleute auch nicht viel – wenn, dann mit stillem Wasser aus der Flasche.

Algen sind ungefährlich, bei Blaualgen herrscht Badeverbot, Quallen kann man umschiffen. Es gibt aber auch unsichtbare Gefahren. Vibrionen sind 2019 zum großen Thema an der Ostsee geworden, weil es auch Todesfälle gab. Vibrionen verbreiten sich in Folge der Klimaerwärmung früher und schneller, als bisher. Ab 20°C Wassertemperatur und einem Salzgehalt von 0,5-2,5 Prozent vermehren sich die kleinen „fleischfressenden Bakterien“ sehr schnell.

Für gesunde Menschen sind Vibrionen ungefährlich, aber wer eine offene Wunde hat, riskiert beim Kontakt eine Sepsis. Kratzer oder Nietnägel können mit einem wasserfesten Pflaster geschützt werden. Allerdings stirbt auch nicht jeder, der Vibriobakterien in eine offene Wunde bekommt. Die betroffenen Patienten, bei denen Infektionen festgestellt wurden, waren alle schon älter und meist vorerkrankt. Gestorben sind 2018 und 2019 jeweils drei Menschen an Vibrionen.

 

Fische und sonstige Meereslebewesen

Wenn man an Meer und Tiere denkt, dann meistens zuerst an Möwen. Diese hinterhältigen Räuber sind es, die jedes Jahr ahnungslose Menschen überfallen und ihnen den Fisch vom Brötchen klauen. Möwen sind harmlos. Sie selbst zu füttern ist allerdings verboten und kann zu hohen Bußgeldern führen.

Den Kraken, der seinen inselsgleichen Rücken aus der Flut hebt, ist eine alte Seefahrerlegende. In der Ostsee gibt es keine Tintenfische. Auch Haie und Delfine werden Sie hier nicht finden, wenngleich es über 30 bekannte Haiarten in der Ostsee gibt. Wissenschaftlich nachgewiesen sind 18 Arten und keine ist gefährlicher als ein großer Hecht.

Quelle: Wikipedia

Überhaupt kann nur das Petermännchen für Menschen gefährlich werden. Es gräbt sich im Seesand ein und sticht, wenn man drauf tritt. Jährlich werden an der deutschen Nord- und Ostsee 30 bis 40 Menschen von der so genannten „Kreuzotter der Meere“ gestochen. Der Stich ist sehr schmerzhaft, kann zu Schwellungen und Gelenkschmerzen führen, bei Risikogruppen auch zum allergischen Schock oder Herzstillstand.

Als erste Maßnahme hilft es, die Einstichstelle auf über 50°C zu erhitzen. Das ist mit einem elektrischen Mückenstich-Stick möglich, aber auch mit einem Fön. Danach sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Badeschuhe helfen gegen solche unangenehmen Erfahrungen. Weiter unten gibt es einen Tipp für Ihre Strandtasche.

Ansonsten ist die Chance, dass Ihnen ein Fisch durch die Beine flutscht sehr gering. Hecht, Hering, Dorsch, Lachs und Forelle halten sich erst im tieferen Wasser auf, wo Sie zwar schwimmen, aber nicht stehen können. Im flachen Wasser werden Garnelen vor Ihnen wegschwimmen. Seesterne gibt es nur bei langem starkem auflandigem Wind und auch Krabben gehören nicht zu den Tieren, die Sie regelmäßig antreffen. Einzig Muscheln finden Sie immer wieder – meistens die schwarzen Miesmuscheln. Und natürlich Möwen.

 


Verbote und Gefahren

Wenn Sie am Strand baden, akzeptieren Sie automatisch auch die Badeordnung der Stadt Bad Doberan. Hier können Sie sie nachlesen: https://bad-doberan-heiligendamm.de/images/rathaus/pdf/Ortsrecht/Strand-und_Badebetrieb_01.pdf

 

Kein Radfahren auf der Promenade

Das Radfahren auf der Promenade zwischen den Strandzugängen III und V sowie im gesamten Kurwald ist verboten. Vom Strandzugang V Richtung Börgerende darf auf dem Deichweg mit dem Fahrrad gefahren werden. Das ist auch angenehmer, als sich die Straße mit den Autos zu teilen. Dort fahren Sie nämlich an Parkplätzen hinter oder neben den Autos entlang und haben immer wieder künstliche Straßenverengungen, durch die ein Auto und ein Fahrrad zusammen nur knapp hindurch passen. Allerdings kann es in der Nebensaison oder nach einem Nordwind vorkommen, dass die Deichpromenade stellenweise versandet ist.

Auf dem Strand jedoch ist es außer der Wasserwacht, Polizei und Rettungsdiensten grundsätzlich verboten, Fahrrad, Motorrad, Trike, Quad o. ä. zu fahren. Es gibt einen Fahrradparkplatz an der Seedeichstraße am Strandzugang IV. direkt neben dem großen Parkplatz hinter der Wasserwacht und einen weiteren etwas weiter östlich an der Strandversorgung. Entlang der Küstenschutzmauer gibt es Bügel, an denen die Fahrräder angeschlossen werden können. Auch die Bügel an den Bushaltestellen und Parkplätzen dürfen genutzt werden, um Fahrräder anzuschließen.

 

Zelten, Grillen, Lagerfeuer und Strandburgen verboten

Zelten, Grillen und Lagerfeuer sind in Heiligendamm grundsätzlich nicht erlaubt – weder am Strand noch im Wald oder auf den Freiflächen, Wiesen oder Parkplätzen. Auch der Bau von Strandburgen oder Strandhütten aus Strandgut ist zumindest im Strandbereich der Promenade verboten. Damit sind nicht mit Steinchen belegte Sandburgen von Kindern gemeint, sondern große Bauten aus Treibgut, wie Holz, Leinen, Tüten usw. Davon gibt es einige an der Nordsee. In Heiligendamm werden sie nur außerhalb des Ortskerns geduldet.

 

Hunde nur am Hundestrand

Hunde dürfen nur am Hundestrand baden. Es ist vom 1. Mai bis 30. September auch nicht erlaubt, mit dem Hund am Badestrand Gassi zu gehen.

 

Wassersport ist nicht überall erlaubt

Bitte denken Sie daran, dass nicht überall Wassersport betrieben werden darf. Die Informationstafeln an den Strandzugängen geben genaue Auskunft.

 

Rauchverbote und Textilpflicht

Am Nichtraucherstrand zwischen dem blauen Rettungsturm und der Seebrücke darf nicht geraucht werden. Am Textilstrand sollte man nicht nackt baden und am FKK-Strand nicht in Badeanzug liegen. Kinder stellen eine Ausnahme dar, die wohl jeder versteht. Die Strandvögte können Nackte vom Textilstrand und Bekleidete vom FKK-Strand verweisen. Ein Durchqueren der Strandabschnitte ist aber möglich: Sie müssen sich beim Strandspaziergang nicht vor jedem FKK-Schild aus- und am Textilstrand-Schild wieder anziehen.

 

Vorsicht auf der Steilküste

Die Steilküste ist keine Lehne. Halten Sie mindestens zwei Meter Abstand, wenn Sie an der Steilküste verweilen möchten. Es kann sich zu jeder Zeit ein Stück Küste lösen und abbrechen. Sie können von Sand und Steinen oder auch von Bäumen getroffen oder von einem Küstenabbruch verschüttet werden.

Auch oben gilt äußerste Vorsicht. Sie können davon ausgehen, dass der letzte halbe Meter den Sie oben sehen unten frei liegt. Wenn Sie drauf stehen und er bricht, fallen nicht nur Sie drei Meter tief auf den Steinstreifen, sondern auch Grassoden, Büsche, Steine und Bäume. Meistens löst ein Abbruch eine Kaskade weiterer Abbrüche aus. Sie sind dann auch für die Menschen verantwortlich, die unter Ihnen getroffen werden. Bleiben Sie auf den Wegen, halten Sie mindestens 2 Meter Abstand von der Kante.

Zwar hat unsere Steilküste aus ungestörtem Geschiebemergel der Grundmoräne keine so spektakulären Abbrüche, wie die Steilküsten auf Rügen mit stark gestörter Lagerung in der Endmoränenlandschaft, aber Vorsicht ist besser, als Krankenhaus.

 

Füße weg von Buhnen, Dünen, Deich und Packwerk

Es ist verboten, sich auf den Buhnen aufzuhalten. So schön auch das Foto von der Liebsten auf dem Holzstamm mitten im Meer ist, so hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie abrutscht und sich schwer verletzt oder gar ertrinkt. Es sollte nicht einmal in der Nähe der Bühnen gebadet werden, denn dort setzen sich auch angeschwemmte Holzsplitter, spitze Steine, Scherben oder Feuerquallententakeln fest. Die Buhnen sind voller Muscheln, an denen man sich die Beine aufschneiden kann.

Nicht zu unterschätzen ist die Strömung, die dafür sorgen kann, dass man an die Holzpfähle geworfen oder durch Wellenbrecher untergetaucht wird. Dasselbe gilt für die Seebrücke, unter der der Aufenthalt generell verboten ist. Auch Steine im Wasser können lebensgefährlich werden, wenn man auf ihnen klettert oder sich drauf stellt. Wo Steine sind, sollte man auch mit Scherben rechnen.

Klettern Sie auf keinen Fall auf dem Deckwerk bzw. Packwerk vor dem Alexandrinencottage herum – selbst wenn der Steg gesperrt sein sollte. Leute haben es versucht und es ist einigen nicht geglückt. Es gibt oben auch einen Weg, wenn man zur Kühlungsborner Straße geht und an der Median-Klinik in den Wald läuft. Am Ende des eingezäunten Hotelparks kommen Sie am Strandzugang II „Liegnitzsteg“ wieder zum Strand.

Das Betreten der Dünen und des Deiches ist verboten und auf dem Packwerk darf nicht geklettert werden. Bitte nutzen Sie ausschließlich die offiziellen Treppen und Rampen, um an den Strand zu gelangen und treten Sie nicht vorhandene illegale Trampelpfade noch weiter aus.

Die Dünen und Deiche, das Packwerk und die Flutschutzmauer – ja sogar der Strandhafer und der Sanddorn – schützen unsere Heimat, in der Sie gerade Urlaub machen.  Umso schlechter der Zustand der Küstenschutzanlagen ist, umso weniger Zeit bleibt den Küstenbewohnern und ihren Gästen, sich und ihr Hab und Gut in Sicherheit zu bringen!

 

Vorsicht beim Bernsteinsammeln

Mehr Gefahren warten in der Ostsee nicht auf Sie. Es liegt auf der Hand, keine angeschwemmten Tiere anzufassen, wie es hin und wieder mit Fischen oder verirrten Walen vorkommt und Sie sollten auf der Suche nach Bernstein auch alles, was leicht und braun ist, nicht in die Hosentasche stecken, sondern in einen Beutel. Es kann sich um Phosphor von Weltkriegsmunition handeln, das durch die Verrottung von Torpedos und Minen an die Wasseroberfläche gelangt und angespült wird. In der Hand oder Hosentasche kann sich das Phosphor entzünden und Sie gefährlich verletzen. Darum sammeln Sie lieber mit einem Beutel.

Grundsätzlich sind die Chancen, in Heiligendamm Bernstein zu finden, nicht sehr hoch. Weiter östlich ab Ribnitz-Damgarten gibt es größere Vorkommen. In Heiligendamm finden Sie hingegen den schwarzen Feuerstein oder auch Flintstein, denn daraus besteht der sagenumwobene Heilige Damm. Mitnehmen dürfen Sie eigentlich weder Steine noch Sand.

Noch etwas: Wenn Sie eine Blume am Strand finden, lassen Sie sie bitte liegen. Sie stammt meistens von Seebestattungen und in selteneren Fällen von Hochzeiten. 

 

Die Zeichen sehen

Achten Sie auf den Fahnenmast am Rettungsturm: Hängt dort im runden Gerüst eine gelbe oder rote Flagge, ist das Baden gefährlich (gelb) oder verboten (rot). Schauen Sie auch, wo der Wind her kommt, wie hoch die Wellen sind und wie sich die anderen Badenden verhalten. Wenn der Strand voll, aber keiner im Wasser ist, dann erkundigen Sie sich bitte erst nach den Gründen.

Beachten Sie bitte auch eventuelle Bojen im Wasser. Die erste Reihe Bojen ist Ihre absolute Grenze – dahinter beginnt das Fahrwasser, in dem eben schnell eine Motoryacht vorbeidüsen kann – zwar nicht schnell, aber schneller, als Sie dort weg kommen. Hier gibt es oft auch größere Strömungen und die verlaufen nicht immer nur waagerecht, sondern auch senkrecht – können also auch erfahrene Schwimmer herunterziehen.

Hin und wieder gibt es Schilder, die davor warnen, an dieser Stelle ins Wasser zu gehen. Von oben sehen Sie die Gründe meistens nicht, aber die Schilder haben ihre Berechtigung.

 

Keine Selbstüberschätzung

Schwimmen Sie nur, soweit Sie können und denken Sie daran, dass Sie auch wieder zurück schwimmen müssen. Wenn Sie dort schwimmen, wo Sie noch stehen können und statt hinaus lieber parallel zum Ufer schwimmen, dann minimieren Sie das Risiko, zu ertrinken. Die Nutzung der Badeinsel erfolgt auf eigene Gefahr. Die Badeinsel wird erst und nur so lange aufgestellt, wenn das Wasser ausreichend warm ist, um den Weg dorthin ohne Krämpfe oder sonstige Gefahren zu bewältigen.

Ansonsten gilt, was schon der erste Badearzt Professor Vogel schrieb: Gehen Sie nicht mit vollem, aber auch nicht mit nüchternen Magen ins Wasser, trinken Sie vorher keinen Alkohol, gehen Sie es langsam an, statt einfach ins kalte Wasser zu springen, bewegen Sie sich ausreichend, um nicht zu frieren und gehen Sie nur ins Wasser, wenn Sie sich gut fühlen. Und wenn Sie wieder draußen sind, dann schnell raus aus den nassen Sachen, abtrocknen und die Wärme der Sonne oder des Badetuchs genießen.

Was Sie letztlich noch für alle tun können: Keinen Müll hinterlassen, keine Zigarettenkippen in den Sand oder ins Wasser werfen, nicht so tun, als ob Sie ertrinken und sich rücksichtsvoll verhalten. 

 


Das kommt in die Strandtasche:

Sonnenschutz

Vergessen Sie auf keinen Fall den Sonnenschutz. Ob Sie cremen oder ölen, sprühen oder pumpen, ist ganz Ihre Sache. Hauptsache, das Mittel schützt gegen UVA und UVB Strahlung. Wichtig ist auch der Lichtschutzfaktor. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt für Erwachsene einen Lichtschutzfaktor ab 20 und für Kinder ab 30. Wenn Sie am hellen Strand am reflektierenden Wasser ohne Schatten von allen Seiten angestrahlt in der Sonne liegen, ist LSF 50+ die beste Wahl. Cremen Sie sich schon in der Unterkunft ein – dann klebt der Sand nachher nicht am Körper.

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Badesachen

Egal, ob Bikini oder Body, ob Badehose oder Short – was nass wird, sollten Sie doppelt einpacken. So können Sie die nassen Sachen ausziehen und sich trockne anziehen, um sich nicht zu erkälten oder Probleme mit der Blase oder den Nieren zu bekommen. Wenn Sie das zweite Mal als dem Wasser kommen, sind die ersten Badesachen schon wieder trocken.

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Wechselwäsche

Frisch gebadet riecht der morgens angezogene Schlüpfer gleich nach gestern und das T-Shirt irgendwie nach Schweiß. Eigentlich wollten Sie danach noch ins Eiscafé? Ärgern Sie sich nicht mit solchen Kleinigkeiten herum: Nehmen Sie einfach noch einmal Kleidung mit, um sich nach dem Bad umziehen zu können und frisch und erfrischt zugleich zu sein.

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Handtücher

Sich an der Luft trocknen lassen ist schön, aber sofern Sie nicht am FKK-Strand liegen gibt es einige Stellen, die noch einmal nachgetrocknet werden müssen. Handtücher sind auch gut, um sich wieder aufzuwärmen.

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Decke oder Strandmuschel

Im Sand sitzen ist schön. Nass im Sand sitzen hingegen nicht. Nehmen Sie sich eine Decke mit. Wenn Sie viel abzulegen haben, macht sich eine leichte mit Alukaschierung gut, weil sie kaum Feuchtigkeit aufnimmt und auch den Sand abweist. Legen Sie aber nur Ihre Kleidung darauf ab, darf die Decke auch schwerer sein, damit sie nicht umklappt.

Wenn Sie eine Strandmuschel mitbringen, müssen Sie diese entweder beschweren, indem Sie die Sandsäcke füllen oder alle Gegenstände in die Strandmuschel legen oder Sie müssen sie mit recht langen Heringen befestigen. An der Ostsee gibt es immer mal unvermittelt einen Windstoß und schon mancher musste seiner Strandmuschel hinterher laufen.  

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Badeschuhe

Mit Badeschuhen vermeiden Sie unangenehme Überraschungen unter den Füßen. Das Petermännchen kann nicht durch die Schuhsohle hindurch stechen. Die kleinen Steinchen in der Brandung pieken nicht an der Fußsohle, auch die heißen Steine an den Steinstränden in Börgerende sind mit Badeschuhen kein Problem und der Weg zur Toilette über das Kopfsteinpflaster und die heiße Asphaltstraße ist auch gleich viel angenehmer. Außerdem haben Sie nach dem Baden nicht die Füße voller Sand, können also die Schuhe auf der Decke ausziehen, die Füße ohne lästiges Kratzen des Sandes trocken rubbeln und in die Strümpfe oder Schuhe schlüpfen.

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Kleingeld

Ob Parkschein, Kurtaxe, Imbiss, Eis oder Strandkorb – ohne echtes Kleingeld kommen Sie in Heiligendamm nicht weit. Wichtiger als Scheine sind 50- 20- 10- und 5- Cent sowie 2- und 1- Euro-Stücke. Zumindest parken können Sie auch bargeldlos mit der easypark-App.

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Snacks und Trinken

Frische Luft macht Hunger. Baden macht Hunger. Sonne macht Hunger. Meistens kommt der Hunger schon 10 Minuten nach der Ankunft, was auch am Duft der Pommes hinterm Deich und dem Blick auf die Picknickkörbe der anderen liegt. Nehmen Sie sich auf jeden Fall etwas zu Trinken mit. Bei einem Sonnenstich schaffen Sie es nicht mehr zum Imbiss. Gemüse und Obst in fingerfertiger Größe machen sich gut, Kekse ohne Füllung und durchgeräucherte Würstchen und fertig geschnittenes Baguette ebenso. Nicht zu empfehlen ist alles, was in der Hitze zerläuft oder verdirbt, wie Schokolade, Milchprodukte & Co.

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 Stich-Stick

Bekannter als „Mückenstick“ hilft der elektrische Minikocher gegen alle Stiche mit Gift, sogar gegen die des Petermännchens. Das Prinzip ist ganz einfach: Das Metallplättchen auf die Einstichstelle halten, Knopf drücken und warten, bis der Vorgang abgeschlossen ist. Die Metallplatte wird für ein paar Sekunden auf eine Temperatur über 50 °C erhitzt, wodurch das allergische Reaktionen verursachende Gift und das den Juckreiz verursachende Eiweiß zerstört werden. Das brennt einmal kurz, ist aber sofort vergessen, während der Stich ohne Behandlung tagelang jucken oder brennen würde. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit nicht groß ist, auf ein Petermännchen zu treten, ist die Chance groß, von Mücken gestochen zu werden. Kaum versinkt die Sonne, kommen die Mücken raus – zuerst an der Steilküste, dann auch am Deich.

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Zeckenzange

Am Strand wird Sie keine Zecke beißen, aber wenn Sie sich so ausziehen, werden Sie vielleicht erst die Zecke vom Waldspaziergang entdecken. Darum ist es gut, sie gleich entfernen zu können, ohne sie zu quetschen und somit ihr Sekret in die Blutbahn zu drücken oder gar ihr den Kopf abzureißen. Mit der Zeckenzange kriegen Sie die Zecke genau dort gegriffen, wo Sie ansetzen müssen, um sie im richtigen Winkel herauszuziehen. Das geht viel besser als mit einer Pinzette.

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Desinfektion

Ob Spray oder Tücher – Desinfektion ist wichtig. Einerseits können Sie so Einstichstellen und auch Schürfwunden desinfizieren und andererseits können Sie nach dem Toilettenbesuch Ihre Hände noch einmal desinfizieren, bevor Sie essen. Wo viele Menschen sich die Klinke in die Hand geben, werden auch viele Bakterien und Viren übertragen. Spätestens seit Corona wissen wir, dass es dazu gar keinen Körperkontakt braucht.

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Feuchttücher

Aus einem anderen Grund als der Hygiene sollten Sie Feuchttücher mit dabei haben. Die verkippte Cola, der klebrige Eisfleck und der Ketchup an den Fingern lassen sich somit leichter entfernen.

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Rasierschaum und Plastikkarte

Nach einer Berührung mit einer Feuerqualle hilft es, sich die Nesseln wegzurasieren. Mit Rasierschaum geht das einfacher und zugleich hat er eine kühlende Wirkung. Nehmen Sie Schaum und kein Gel, denn den Schaum können Sie ohne Verreiben auftragen. Danach mit einer Plastikkarte (zum Beispiel einer alten Kundenkarte) von oben nach unten den Schaum abstreifen. Die Nesseln bleiben im Schaum kleben, wie die Barthaare beim Rasieren. Etwas anderes würden auch die Retter von der Wasserwacht nicht machen.

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Buch oder Spielzeug

Es geht auch ohne Buch, aber am Strand lesen hat was. Bevor Sie zum Handy greifen, nehmen Sie doch mal ein Buch zur Hand. Zeitungen machen sich nicht ganz so gut. Musik geht auch, aber bitte mit Kopf- oder Ohrhörer. Wobei die schönste Musik direkt vor Ihnen spielt. Für Kinder ist Spielzeug wichtig. Wenn sie nicht mehr ins Wasser wollen oder dürfen, wird es schnell langweilig.

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Tüten, Tüten, Tüten

Zuletzt brauchen Sie Tüten. Eine Tüte für die nasse Kleidung, eine Tüte für das sandige Strandspielzeug und eine Tüte für den Abfall, den Sie am Strandzugang entsorgen.

 

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